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Aufsehenerregende Entscheidung: Prozess um zerstückelten Flüchtling muss neu aufgerollt werden

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13.01.2026

Um 10.05 Uhr steht fest: Auch mehr als zwei Jahre nach seinem Tod ist der Fall Mahdi Bin Nasr noch längst nicht abgeschlossen. Der Vorsitzende des 1. Strafsenats, Markus Jäger, tritt vor Kameras, Aktivisten und Journalisten und verkündet die Entscheidung: Das Urteil des Landgerichts Waldshut-Tiengen wird aufgehoben. Die Sache wird neu verhandelt. Die Richter am Bundesgerichtshof beanstanden vor allem eines: Das Mordmerkmal der Heimtücke wurde nicht rechtsfehlerfrei ausgeschlossen. Am 23. Dezember 2023 starb Mahdi Bin Nasr, nachdem ihm Patrick E., ein damals 57 Jahre alter Familienvater aus Maulburg, in seiner Unterkunft in Rickenbach im Hotzenwald in den Kopf geschossen hatte. E. stellte sich Monate später der Polizei, nachdem Taucher bei Breisach Teile der Leiche im Rhein entdeckt haben. E. gestand und wurde verurteilt.

Allerdings wurde E. nicht wegen Mordes, sondern wegen Totschlags zu sechs Jahren und zehn Monaten verurteilt. So wie es auch angeklagt wurde. Das Verfahren sorgte für Aufsehen – und noch mehr Kritik. Noch während des laufenden Verfahrens wurde der Kammer unter Vorsitz von Martin Hauser vorgeworfen, sie übersehe die rassistische Tatmotivation des passionierten Jägers auf der Anklagebank. Das kritisierte die Kammer wiederum in ihrer Urteilsbegründung.

Der Fall fand weit über die Region hinaus für Aufsehen. Die Tagesschau und mehrere tuneische Meiden berichteten darüber, insbesondere vor dem Hintergrund der Debatte um Rassismus und den Umgang der........

© Südkurier