Kreta-Urlaub während des Iran-Kriegs: Liegt eine Reisewarnung vor?
Der Iran-Krieg sorgt nicht nur regional für einen Ausnahmezustand, er betrifft auch zahlreiche Reisende. Laut dem Tagesspiegel bekamen bislang rund 30.000 deutsche Reisende die Auswirkungen des Konfliktes zu spüren. Viele von ihnen strandeten in Dubai und Abu Dhabi, zwei großen Drehkreuzen des Flugverkehrs. Andere auf Kreuzfahrtschiffen wie der „Mein Schiff 4“ oder der „Mein Schiff 5“, die im Nahen Osten festsitzen.
Doch auch auf den europäischen Tourismus kann der Iran-Krieg Auswirkungen haben. So kam es zu einem iranischen Drohnenangriff auf eine US-Militärbasis auf Zypern, wie unter anderem die Zeit berichtete. Doch wie ist die Lage auf Kreta?
Welche Rolle spielt Kreta im Iran-Krieg?
Grundsätzlich ist die Ausgangslage im Iran-Krieg auf Kreta ähnlich wie auf Zypern. Immerhin befindet sich auf der griechischen Insel die US-Militärbasis Naval Support Activity (NSA) in Souda Bay (nahe der Stadt Chania). Es handelt sich dabei um einen Stützpunkt der US-amerikanischen Marine, der auf dem Gebiet einer Basis der griechischen Luftwaffe auf der Halbinsel Akrotiri liegt, wie die Athener Zeitung Kathimerini berichtete. Demnach stellt Kreta zusammen mit Zypern immer dann einen Dreh- und Angelpunkt für den Westen dar, wenn es zu Unruhen im Nahen Osten kommt. Als eine Unruhe darf ein Kriegsausbruch wohl getrost gezählt werden.
Kathimerini berichtet unter Berufung auf hohe griechische Beamte und Militärs, dass die USA und die Nato derzeit ein „erhebliches Risiko“ sehen würden, dass der US-Stützpunkt in Souda Bay Ziel iranischer Drohnen oder Raketen werden könnte. In der Nato-Terminologie liege diese Risikoeinschätzung leicht unter der Kategorie „hohes Risiko“. Was bedeutet das aber nun für Kreta-Touristen?
Liegt eine Reisewarnung für Kreta vor?
Das Auswärtige Amt (AA) hat bislang keine Reisewarnung für Kreta herausgegeben. Durch eine Nachfrage im AA erfuhren wir, dass der Krisenstab der Bundesregierung „regelmäßig“ tage und „alle krisenrelevanten Maßnahmen zur Unterstützung deutscher Staatsangehöriger“ veranlassen würde, sobald diese nötig würden. Alle Reise- und Sicherheitshinweise des AA würden „fortlaufend aktualisiert“ werden.
„Reisewarnungen werden dann ausgesprochen, wenn für alle Reisenden eine akute Gefahr für Leib und Leben vorliegt“, heißt es aus dem Auswärtigen Amt. Da eine Warnung für Kreta und Griechenland im Allgemeinen nicht vorliegt, kann gefolgert werden, dass das AA derzeit nicht davon ausgeht, dass eine solche Gefahr für Kreta-Reisende besteht. Das Auswärtige Amt teilt allerdings mit, dass die Reise- und Sicherheitshinweise eine Unterstützung sein sollen, eigenverantwortliche Reiseplanung und Risikoabwägung würden sie aber nicht vollends ersetzen.
Vor dem Antritt einer Reise nach Kreta sollten sich Touristen unbedingt über die aktuelle Situation informieren und die Sicherheitshinweise des AA durchgehen. Außerdem kann es laut der Stuttgarter Zeitung Sinn machen, sich in eine Krisenvorsorgeliste einzutragen. Dadurch kann erreicht werden, dass Behörden wissen, wo Sie sich aufhalten und im Notfall Kontakt zu Ihnen aufnehmen können.
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