Was sind das für lustige Leute? Orange statt Silber für mehr Farbe an der Hochschule
Eigentlich waren die drei orangefarbenen Figuren und fünf ebenso auffällige Brocken im Innenhof der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung – wie die meisten anderen Werke des Künstlers Joep van Lieshout – in Silber geplant. Der Niederländer entschied sich ausnahmsweise dagegen.
Der Grund: Die farbigen Plastiken durchbrechen das sonst vorherrschende Grau. So macht das in einem Kreis angeordnete Ensemble seit 2003 den Mittelpunkt der Hochschule etwas bunter. Doch es geht bei „The Scientists“, wie die Skulpturen genannt werden, nicht nur um die Optik, wie Stefanie Weidner weiß. Sie ist Studentin der Literatur, Kunst und Medien und Teil der Hochschulgruppe Kunst-Werk-Stadt, die auf ihrem Instagram-Kanal und ihrem Blog Kunst aus der Region vorstellt.
In ihrem Beitrag erklärt Weidner, welche Symbolik sich hinter den organisch geformten Menschen verbirgt, welche Ziele Joep van Lieshout mit der Installation verfolgte und warum diese dazu führten, dass die Figuren und Brocken nach nur 15 Jahren restauriert werden mussten.
Auf dem Werk wird geklettert und gesessen
Die Studentin erzählt, dass der Gewinner des Kunst-am-Bau-Wettbewerbs „als Begegnungsstätte gedacht“ ist. Entsprechend schuf Lieshout mit den Sitzgelegenheiten, der Möglichkeit zu klettern und einer Art Bühne „Anreize, das Werk zu nutzen“. Die intensive Nutzung, zahlreiche Aufkleber und die Witterung machten im Jahr 2018 eine aufwendige Restaurierung notwendig. Einige der chemischen Restaurierungsprozesse waren nur bei bestimmten Temperaturen möglich.
Die drei Figuren sollen die Entwicklung der Wissenschaft symbolisieren. Am Anfang steht der Urmensch als erster Erfinder, der sich auf seine Errungenschaft – die Keule – stützt. Wenige Meter weiter sitzt ein Chemiker am Labortisch. Er schwenkt seine Erlenmeyerkolben und befindet sich im Augenblick des Entdeckerglücks. Stefanie Weidner findet, dass man der Figur die Freude ansehen kann, auch ohne Gesichtsausdruck.
Warum ist der letzte Wissenschaftler verzweifelt?
Ganz anders sieht die Gefühlslage bei der dritten Figur aus. Der Wissenschaftler sitzt nachdenklich-deprimiert am Boden. Er wird sich seiner moralischen Verantwortung bewusst und erkennt, dass seine Erfindung durch die Menschheit missbraucht werden kann.
Für Stefanie Weidner ist das Kunstwerk ein klares Statement zur Verantwortung eines Wissenschaftlers. Sie ist vom Bezug zum Ort der Installation begeistert: „Ich finde es richtig cool, ich bin richtig großer Fan.“ Nicht nur die Kombination aus Technik und Gestaltung bei der Schaffung der Figuren und Blöcke, sondern auch Funktion und Botschaft passen für sie hervorragend zur Hochschule.
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