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Was die Truppen-Ankündigung des Kanzlers bedeutet

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07.01.2026

Ob das nun ein starkes Bekenntnis des Kanzlers war oder eine Absage an deutsche Truppen in der Ukraine, das hängt schwer davon ab, wen man fragt. Nach dem Treffen der sogenannten „Koalition der Willigen“ am Dienstag in Paris jedenfalls versprach Friedrich Merz (CDU), Deutschland werde einen Waffenstillstand in der Ukraine absichern – auch mit eigenen Truppen.

Die Erklärung aus Frankreich und Großbritannien, dafür auch Bodentruppen in die Ukraine zu entsenden, trug der Kanzler aber nicht mit. Stattdessen sollen Bundeswehrsoldaten in einem benachbarten Nato-Staat stationiert werden.

Allerdings – und da betritt man dann das Reich der Spekulation – fügte der Kanzler seinem Statement noch hinzu: „Ich will für mich sagen und auch für die Bundesregierung: Wir schließen dabei grundsätzlich nichts aus.“ Und „grundsätzlich nicht ausgeschlossen“ sind damit eben auch Bodentruppen in der Ukraine.

Was heißt das denn nun? Eine Interpretation in Berlin lautet so: Merz wäre grundsätzlich schon bereit, auch Bodentruppen in die Ukraine zu entsenden. Zumal Emmanuel Macron und Keir Starmer vorpreschen, gleichzeitig der Kanzler aber einen Führungsanspruch in Europa reklamiert.

Mit einer solchen Zusage würde er jedoch einem Bundestagsbeschluss vorgreifen. Deshalb verkündet er erstmal nur die Light-Variante.........

© Südkurier