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Nächster Stopp: Felsenstadion! Das kommt auf den SC Freiburg in der Europa League beim SC Braga zu

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„Wir haben eine extrem wichtige Woche vor uns. Wir haben hoffentlich noch sechs Spiele vor uns, wo es um alles geht“, sagte Christian Günter, Kapitän des SC Freiburg, am Wochenende nach der 0:4-Niederlage in der Bundesliga bei Borussia Dortmund. Die erste Partie der wichtigen Wochen bestreiten die Breisgauer am Donnerstag, 21 Uhr, im Halbfinale der Europa League bei Sporting Braga. Doch wer ist dieser – für viele recht unbekannte – Gegner überhaupt? Wir haben einige Fakten über die Portugiesen zusammengetragen.

Die historische Universitätsstadt Braga

Braga liegt in Nordosten Portugals und ist mit etwa 190.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes. Sie wurde vor mehr als 2.000 Jahren von den Römern gegründet und ist somit eine der ältesten Städte Portugals, gleichzeitig ist sie die Heimat einer großen Universität, so dass Braga eine interessante Mischung aus historischer Kulisse und jungem studentischen Leben bietet. Die Altstadt gleicht einem Labyrinth aus engen Gassen und beherbergt zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten. Das bekannteste Wahrzeichen ist die Wallfahrtskirche Bom Jesus do Monte, die 2019 von der Unesco zum Weltkulturerbe der Menschheit erhoben wurde.

Der 1921 gegründete Sporting Clube de Braga, kurz SC Braga, scheint im Vergleich zu den anderen Europa-League-Halbfinalisten Aston Villa und Nottingham Forest, die in der englischen Premier League die Ränge fünf und 16 belegen, der vermeintlich leichteste Gegner für die Breisgauer. Doch Vorsicht: Der SC Braga, der in Portugal als Nummer vier hinter FC Porto, Benfica und Sporting Lissabon gilt, ist nicht zu unterschätzen. Der dreifache Pokalsieger des Landes hat in dieser Saison im Viertelfinale den spanischen Ligafünften Betis Sevilla aus der Europa League geworfen und zuvor schon die Gruppenphase als Sechster vor wesentlich höher gehandelten Teams wie etwa dem VfB Stuttgart, Nottingham oder Lille OSC beendet – punktgleich übrigens mit dem Tabellensiebten aus Freiburg.

Im Team von Sporting Braga steckt eine Menge Bundesliga. In der Abwehr spielt unter anderem der frühere Münchner, Kölner und Hannoveraner Bright Arrey-Mbi, der 17 Länderspiele für die deutsche U21 bestritten hat. Im Mittelfeld läuft neben dem 39-jährigen portugiesischen Alt-Internationalen und Europameister von 2016, Joao Moutinho, der Österreicher Florian Grillitsch auf, der für Werder Bremen und die TSG Hoffenheim 178 Erstligaspiele bestritten hat. In der Sporting-Offensive ist Rodrigo Zalazar (früher Schalke und FC St. Pauli) mit 16 Treffern der erfolgreichste Braga-Torschütze in der höchsten Liga Portugals.

Der Trainer Carlos Vicens

Der Spanier Carlos Vicens stammt von der Baleareninsel Mallorca. Als der heute 43-Jährige 2007 für sein Wirtschaftsstudium in die USA wechselte, war er als Mittelfeldspieler für das Team der Texas Longhorns und später für die Austin Aztex in der zweithöchsten US-amerikanischen Liga aktiv. Als Vicens 2010 im Alter von 27 Jahren wegen einer Verletzung seine aktive Karriere beenden musste, ging er zurück nach Mallorca und wurde Trainer. 2017 zog der Spanier nach England, wo er eine Stelle als Co-Trainer der U12 und U13 bei Manchester City bekam. Über weitere Jugendmannschaften arbeitete er sich hoch, ehe er 2021 zum Assistenten des Profitrainers Pep Guardiola befördert wurde. Sporting Braga ist seine erste Station als Chefcoach, bei den Portugiesen unterschrieb Vicens im vergangenen Mai einen Dreijahresvertrag.

Einzigartiges EM-Stadion in Braga: Fußball mit Panorama und Felskulisse

Neben den vielen Kirchen gilt das Estadio Municipal de Braga, das für die EM 2004 gebaut wurde, als Fußballtempel der Stadt. Das 30.007 Zuschauer fassende Stadion liegt auf dem höchsten Punkt Bragas und hat nur zwei Tribünen. An einer der Querseiten bietet sich ein grandioser Ausblick über Stadt und Landschaft, auf der anderen blicken die Zuschauer auf ein imposantes Felsmassiv mit einer digitalen Anzeigetafel.

SC Braga im Check: Stärken, Schwächen und was das Team so gefährlich macht

Sporting Braga erzielt im Durchschnitt beinahe zwei Tore pro Spiel und gilt daher als offensivstark. Im Spiel nach vorne ist Zalazar neben dem Spanier Fran Navarro und dem Portugiesen Ricardo Horta einer der wichtigsten Schlüsselspieler. Auf der anderen Seite macht sich die fehlende Erfahrung des recht jungen Kaders in der Defensive bemerkbar. Das nicht sehr konstante Team gilt als anfällig bei Kontern und gibt oft Führungen aus der Hand.

Europa League: SC Freiburg kämpft in Braga um den Traum vom Titel

Die Hoffnung auf den ersten internationalen Titel lebt weiter beim SC Freiburg. „Wir haben bis hierhin eine gute Saison gespielt, vor allem auch in der Europa League. Und die Vorfreude ist einfach riesig“, sagte Abwehrspieler Philipp Lienhart am Sonntag in Dortmund. Die Reise geht weiter. Nächster Stopp: Das Felsenstadion in Braga im Norden Portugals.

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