Melatoninmangel: Woran man ihn erkennt
Wer nachts schlecht schläft, tagsüber Konzentrationsschwierigkeiten hat oder unter Stimmungsschwankungen leidet, ist unter Umständen von einem Melatoninmangel betroffen. Das Hormon ist entscheidend für die Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus von Menschen und spielt damit eine wichtige Rolle für einen erholsamen Schlaf. Häufig bleibt ein Melatoninmangel jedoch unentdeckt. Woran man ihn erkennen kann, wodurch er verursacht wird und worauf Betroffene unbedingt achten sollten, erfahren Sie hier.
Bei Melatonin handelt es sich nach Angaben der Apothekenumschau um ein Hormon, das vom Körper eigenständig produziert wird und eine wichtige Rolle bei der Regulation des Schlaf-Wach-Rhythmus spielt. Wie das Gesundheitsmagazin weiter erklärt, beginnt die Zirbeldrüse, ein winziges Organ im Gehirn, das Hormon herzustellen, sobald es dunkel wird. Wie viel Melatonin vom Körper dabei produziert und freigesetzt wird, hängt laut der Deutschen Herzstiftung unter anderem von der Lichtintensität in der Umgebung ab. Demnach wird mit Einbruch der Dunkelheit vermehrt Melatonin ausgeschüttet, wodurch der Körper das Signal zum Schlafen bekommt. Deswegen wird der Botenstoff häufig auch als „Schlafhormon“ oder „Hormon der Dunkelheit“ bezeichnet.
Melatoninmangel: Das sind die Symptome
Dem digitalen Wissenschaftsverlag DocMedicus zufolge kann ein Melatoninmangel mit verschiedenen Beeinträchtigungen einhergehen und sogar gesundheitliche Probleme verursachen. Da die Symptome jedoch subtil sein können, bleibe er laut dem Fachportal häufig unerkannt. Folgende Übersicht zeigt, welche Anzeichen unter Umständen auf einen Melatoninmangel hinweisen können:
Schlafstörungen (Insomnie)
Probleme beim Einschlafen, wiederholtes Aufwachen während der Nacht oder frühes Erwachen werden in der Fachsprache als Insomnie bezeichnet, informiert der Bundesverband Schlafapnoe und Schlafstörungen Deutschland (BSD). Eine Ursache für die verschiedenen Erscheinungsformen dieser Schlafstörung kann ein Mangel an Melatonin sein. Wie bereits erwähnt, ist das Hormon entscheidend für die Regulierung unseres Schlaf-Wach-Rhythmus. Ein Mangel kann sich laut DocMedicus dementsprechend negativ auf den natürlichen Schlafzyklus auswirken und so einen erholsamen Schlaf beeinträchtigen.
Wie das Wissenschaftsportal weiter informiert, kann ein Melatoninmangel eine Dysregulation von Neurotransmittern im Gehirn verursachen, die unsere Stimmung regulieren. Das wiederum kann sich bei den Betroffenen durch Reizbarkeit, Depression und Angstzuständen äußern.
Kognitive Beeinträchtigungen
Da Melatonin eine wichtige Rolle bei der neuroprotektiven Funktion des Gehirns spielt, kann ein Mangel des Hormons bestimmte kognitive Prozesse stören, erklärt DocMedicus. Zu den daraus resultierenden Beeinträchtigungen gehören Gedächtnisprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten sowie eine verminderte kognitive Funktion.
Verminderte Funktion des Immunsystems
Laut DocMedicus besitzt Melatonin zudem immunmodulierende Eigenschaften. Ein Melatoninmangel kann sich daher auf die Funktion des Immunsystems auswirken. Die betroffenen Personen können unter Umständen eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen und Krankheiten entwickeln.
Wodurch wird ein Melatoninmangel verursacht?
Hinter einem Melatoninmangel können DocMedicus zufolge verschiedene Ursachen stecken. Dazu gehören:
Alter: Laut dem IMD Labor Berlin nimmt die Melatoninproduktion mit zunehmendem Alter stetig ab. Wie DocMedicus informiert, sind daher besonders ältere Erwachsene häufig von Schlafstörungen betroffen, die durch den niedrigen Melatoninspiegel ausgelöst werden.
Lichteinfluss: Künstliches Licht, insbesondere Blaulicht von Handy-, TV- oder Computerbildschirmen, kann die Produktion von Melatonin hemmen.
Schichtarbeit: Durch unregelmäßige Schlafenszeiten, wie es etwa bei Arbeiten mit Nachtschichten der Fall ist, kann die innere Uhr und damit auch die Melatoninproduktion gestört werden.
Jetlag: Auch das Reisen über mehrere Zeitzonen hinweg kann sich auf die Melatoninproduktion auswirken und so den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus beeinträchtigen.
Krankheiten: Bestimmte Erkrankungen wie Depression, Demenz oder Autoimmunerkrankungen können die Produktion von Melatonin beeinflussen.
Medikamente: Auch bestimmte Medikamente, wie Betablocker und nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), können die Melatoninproduktion hemmen.
Wie kann der Körper bei der Melatoninproduktion unterstützt werden?
Da Licht die Melatoninproduktion hemmen kann, sollte vor allem abends helles Licht vermieden werden, erklärt die Apothekenumschau. Natürliches Sonnenlicht oder ein Lichtwecker können außerdem dabei helfen, die innere Uhr zu stabilisieren. Um in einen natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus zu finden und gleichzeitig einen erholsamen Schlaf zu fördern, empfiehlt das Gesundheitsmagazin zudem regelmäßige Schlafenszeiten sowie eine dunkle, ruhige und kühle Schlafumgebung.
Nur in bestimmten Fällen, etwa bei einem Jetlag oder Schichtarbeit, kann laut der Apothekenumschau die kurzfristige Einnahme von Melatonin helfen – vorausgesetzt, die nicht medikamentösen Maßnahmen sind wirkungslos geblieben. Zuvor muss diese jedoch stets mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden. Unter keinen Umständen sollte die Einnahme nach eigenem Ermessen erfolgen, etwa durch frei erwerbliche Nahrungsergänzungsmittel, warnt das Portal.
Kann die Einnahme von Melatonin gefährlich werden?
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt davor, Melatonin ohne ärztliche Rücksprache in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu sich zu nehmen. Wie das BfR informiert, haben Studien gezeigt, dass bereits niedrige Dosierungen des Hormons (ein Milligramm pro Tag und weniger) mit unerwünschten gesundheitlichen Nebenwirkungen einhergehen können. Zu den am häufigsten beobachteten Symptomen bei gesunden Erwachsenen gehörten nach der Einnahme von Melatonin: Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, verringerte Aufmerksamkeit, verlängerte Reaktionszeit, Blutdruckabfall, Abfall der Körpertemperatur, Albträume, Kraftlosigkeit, morgendliche Benommenheit und Unsicherheit im Gang. Da die schlaffördernde Wirkung in manchen Fällen bis in den nächsten Tag hinein andauert, besteht zudem ein Risiko für die Teilnahme am Straßenverkehr oder bei der Bedienung bestimmter Maschinen.
Auch die Deutsche Herzstiftung warnt vor gesundheitlichen Konsequenzen durch die langfristige Einnahme von Melatonin. Demnach legt eine großangelegte Studie nahe, dass Melatonin-Nutzer ein deutlich erhöhtes Risiko haben, eine Herzschwäche zu entwickeln. Laut dem BfR sollten insbesondere
Menschen mit Einschränkungen der Nieren- oder Leberfunktion,
Personen mit Autoimmunerkrankungen oder Epilepsie,
schwangere oder stillende Frauen sowie Frauen mit Kinderwunsch,
und Kinder und Jugendliche
auf die Einnahme von Melatonin in Form von Nahrungsergänzungsmitteln verzichten. Menschen mit der Veranlagung, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln, empfiehlt das Institut, Rücksprache mit einem Arzt oder einer Ärztin zu halten. Zudem wird auf mögliche Wechselwirkungen zwischen Melatonin und anderen Arzneistoffen hingewiesen, wodurch deren Wirkung unter Umständen beeinträchtigt werden kann.
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