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30.03.2025

Zwei Mitarbeiter von OpenAI haben 2018 einmal notiert, was man für Fortschritte in der KI-Entwicklung vor allem braucht:

Daten

Rechenleistung

algorithmische Innovation – also Leute, die sich damit auskennen

Für Punkt zwei und drei dieser Liste geben Betreiber großer KI-Systeme viel Geld aus. Hinter »Rechenleistung« verbirgt sich jede Menge teure Hardware. Deshalb ist der KI-Hardware-Hersteller Nvidia an der Börse so immens wertvoll. Außerdem braucht man gewaltige Mengen Energie, Kühlwasser und so weiter. Und: Kompetente Fachleute zur Weiterentwicklung von KI-Systemen können gewaltige Gehälter kosten.

Christian Stöcker, Jahrgang 1973, ist Kognitions­psychologe und seit Herbst 2016 Professor an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW). Dort verantwortet er den Studiengang Digitale Kommunikation. Vorher leitete er das Ressort Netzwelt bei SPIEGEL ONLINE.

Für die Daten aber zahlen die KI-Giganten am liebsten gar nichts oder fast gar nichts. Bis heute.

Die Tatsache, dass große KI-Systeme vermutlich mit riesigen Mengen urheberrechtlich geschützten Materials gefüttert wurden, um sie zu dem zu machen, was sie sind, war in dieser Kolumne vor zwei Jahren schon einmal Thema. Damals hatte die »Washington Post« eine Studie veröffentlicht  , derzufolge ein häufig genutzter Trainingsdatensatz nicht nur Texte aus Patentdatenbanken und Wikipedia enthielt – sondern zum Beispiel auch aus einem »notorischen Marktplatz für raubkopierte E-Books, der inzwischen vom US-Justizministerium beschlagnahmt wurde«.

Diese Woche nun hat das US-Magazin »The Atlantic« eine Suchmaschine verfügbar gemacht , mit der man eine weitere Datenbank für urheberrechtlich geschütztes Material durchsuchen kann. »Libgen« enthält vor allem wissenschaftliche Fachartikel und Bücher. Diese Datenbank wird in verschiedenen Versionen auf unterschiedlichen Rechnern vorgehalten, die laut dem US-Autorenverband Authors Guild  »aus Russland oder der Ukraine heraus operieren« und sich deshalb dem Zugriff der US-Justiz entziehen.

Aus

© Spiegel Online