Souveränität oder Donald Trump: Der außenpolitische Balanceakt der AfD
Wenn eine Partei deutlich wächst, reicht reiner Protest gegen die bestehenden Verhältnisse nicht mehr aus. Sie braucht eine breitere eigene Agenda. Das spürt auch die AfD, die bei den großen geopolitischen Fragen dieser Zeit oft heillos zerstritten wirkt. Jüngstes Beispiel: Grönland. Während die Parteispitze um Alice Weidel und Tino Chrupalla in den vergangenen Wochen scharfe Kritik an Donald Trumps Plänen zur Übernahme der zu Dänemark gehörenden Insel äußerte, unterstützte der an der Basis beliebte sächsische Bundestagsabgeordnete Maximilian Krah diese wortreich und vehement. Im Hintergrund steht dabei immer auch die Frage, inwieweit die in Teilen rechtsextreme AfD sich mäßigt, um an die Macht zu kommen.
Es ist ein Streit, den es schon vor zwei Jahren gab: Im Frühjahr 2024 versuchte die Partei- und Fraktionschefin Weidel, die AfD auf einen Kurs der Mäßigung einzuschwören - doch parteiinterne Rivalen durchkreuzten ihren Plan. Die von ihr angestrebte engere Zusammenarbeit mit der Französin Marine Le Pen und dem Rassemblement National scheiterte an mehreren Skandalen von Maximilian Krah. Zur Erinnerung: Krah war damals AfD-Spitzenkandidat für die Europawahl, als einer seiner Mitarbeiter, der aus China stammt, wegen mutmaßlicher Spionage für Peking festgenommen und später zu einer........
