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Viktor, iiih!

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22.04.2026

Herbert stand vor dem Spiegel und betrachtete missmutig, was er sah. Seine Gedanken waren schon einmal weniger düster gewesen. Sie waren zwar zugegebenermaßen niemals wolkenlos oder gar fröhlich, wir reden hier schließlich vom Chefideologen jener grundoptimistischen Zukunftsbejahung, die den steifen Rücken der konstruktiven blauen Programmatik bildet. Aber weniger düster waren sie schon manchmal. Mit ein bisschen Nachdenken wären Herbert schon zwei, drei gute Tage eingefallen. Mit den Jahrzehnten kam da durchaus was zusammen.

Aber heute war definitiv kein guter Tag. Denn heute hatte Viktor verloren. Und wie auch noch. Dieser undankbare ungarische Gulaschkommunistenpöbel hatte ihm nach 16 Jahren Milch und Honig, für die Viktors umsichtiger Rechtsrabiatismus gesorgt hatte, nicht nur die verdiente neuerliche absolute Mehrheit verweigert, sondern ihm in für die ungebildete Masse leider typischer krasser Fehlbeurteilung seiner Verdienste eine absolute Schmach beschert. Dabei hatte sich Viktor zwecks Hintanhaltung solcher potenziell tragischer Wählerfehler ja ohnehin schon das Wahlsystem so hergerichtet gehabt, dass nach menschlichem Ermessen eigentlich immer er gewinnen hätte müssen, egal wie viele falsche Kreuze diese Deppen da unten wieder machten. Allein: Diese........

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