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Der Fall Untersiggenthal geht uns alle an – allen voran aber die Männer

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22.07.2026

Der Fall Untersiggenthal geht uns alle an – allen voran aber die Männer

Wie Gisèle Pelicot verweigern sich Iwona und Paula L., die Opfer im Fall Untersiggenthal, der Scham. Die Courage dieser Frauen verdient grösste Hochachtung. Was es aber braucht, sind mutige Männer.

Zm sexualisierter Gewalt den Nährboden zu entziehen, braucht es vor allem eines: mutige Männer.

Es geschah an jenem Ort, an dem sich jeder Mensch sicher fühlen sollte: zu Hause. Mit K.o.-Tropfen soll ein ehemaliger Aargauer SVP-Grossrat über 40-mal die Tochter seiner Partnerin sediert und die damals 14- bis 15-Jährige in ihrem Bett vergewaltigt haben. Auch seiner Partnerin und einer dritten Person soll er K.o.-Tropfen verabreicht und sie missbraucht haben. Letztere gar 140 Mal.

Die Taten, welche die Aargauer Staatsanwaltschaft dem Politiker aus Untersiggenthal vorwirft, bilden eine Liste des Grauens. Der Täter bestreitet sie. Solange er nicht rechtskräftig verurteilt ist, gilt die Unschuldsvermutung.

Mutter und Tochter, denen er das antat, heissen Iwona und Paula L. Sie haben ihre Geschichte diese Woche dem «Tages-Anzeiger» erzählt. Sie zeigen nicht nur ihre Gesichter, sondern auch riesigen Mut. Mut, der nicht genügend gewürdigt werden kann.

Indem Iwona und Paula L. über ihr Martyrium sprechen, verweigern sie sich der Scham. Und damit einem der wirkungsvollsten Mittel, um Überlebende von sexualisierter Gewalt zum Schweigen zu bringen. Die........

© Luzerner Zeitung