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Ausgebeutet, benutzt und weggeworfen: Meine Arbeit als Promoter:in beim DGB

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19.07.2026

Ausgebeutet, benutzt und weggeworfen: Meine Arbeit als Promoter:in beim DGB

Wir veröffentlichen einen Bericht von den furchtbaren Arbeitsbedingungen eine:r ehemaligen DGB-Promoter:in nach deren fristloser Kündigung.

In diesem Artikel werde ich unter anderem über die Arbeitsbedingungen, die ich als Promoter für den DGB erlebt habe, berichten und zugleich über meine Kritik an einer vollkommen unpolitischen Form der Gewerkschaftsarbeit sprechen.

Was bedeutet es überhaupt “Promoter:in” zu sein?

Ich war auf meiner Jobsuche zwischen zwei ähnlichen Jobs unentschlossen. Beide waren Promoter-Jobs, bei denen ich auf der Straße Menschen anquatsche. Ich hatte die Wahl zwischen einer NGO, bei der ich Leute zum Geld spenden bewegen soll, und dem DGB. Bei Letzteren ging es darum, Menschen dazu zu motivieren, einer Gewerkschaft beizutreten.Ich habe mich schlussendlich für diesen entschieden, weil die Arbeitsbedingungen beim DGB besser seien. Mir wurde gesagt, dass ich Samstag und Sonntag einmalig eine Schulung bekomme und ansonsten nur von Montags bis Freitag von 10-19 Uhr arbeiten würde, also jeweils neun Stunden am Tag. Jede Woche reise ich mit einer neuen Gruppe an Menschen in eine neue Stadt, wo wir uns eine Wohnung teilen und jeden Tag zusammenarbeiten.

Viele der Versprechen stellten sich schlussendlich als falsch dar.

Als Promoter:in sollte ich auf der Straße Leute anquatschen, damit sie sich bei einer DGB Gewerkschaft anmelden. Ich musste einen „Leitfaden“ auswendig lernen. Das ist ein Text, der dazu dient, auf der Straße mit Passant:innen ins Gespräch zu kommen. Eine Taktik zur Überzeugung ist, dass wir all die Errungenschaften von Gewerkschaften nochmal aufzählen sollen und darauf hinweisen, dass wir nur für bessere Arbeitsrechte kämpfen können, wenn der:die Passant:in jetzt Mitglied wird. So weit, so gut. Mir ist jedoch schnell aufgefallen, dass wir Manipulations-Taktiken anwenden, wie zum Beispiel „die persönliche Ebene“. Da geht es darum, über ein persönliches Gespräch eine Nähe mit dem:der Passant:in aufzubauen. Mir wurde auch gesagt, dass die persönliche Ebene viel wichtiger sei als der informative Teil über Gewerkschaften, da Passant:innen eher zu Gewerkschaftsmitgliedern werden, wenn der:die Promoter:in cool ist und man ein nettes Gespräch hat. Eine andere manipulative Taktik ist, wenn der:die Passant:in kein Mitglied werden will (z.B. aus Kostengründen) sollen wir zwei oder sogar drei mal nachhaken, ob er:sie sich den Mitgliedsbeitrag nicht doch leisten kann. Diese Taktiken wurden uns vorgeschrieben für die Arbeit.

Bei einer Gewerkschaft arbeiten zu guten Arbeitsbedingungen

Ich wurde in den Promoterjob gelockt mit Versprechungen von flacher Hierarchie. Doch das hat sich überhaupt nicht so angefühlt. Die Teamleitung, die mit uns sogar zusammen wohnt und mit der wir dann gemeinsam auf der Straße stehen, ist auch da, um unsere Arbeit zu überwachen. Sie erinnern uns daran,........

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