Knapper Wahlsieg, dramatischer Kurswechsel?
24. Juni 2026 – 9. Tamus 5786
AboAngebote PrintAbo-Service
AboAngebote PrintAbo-Service
Knapper Wahlsieg, dramatischer Kurswechsel?
Der knapp zum kolumbianischen Präsidenten gewählte Abelardo de la Espriella will die Beziehungen zu Israel kitten - doch de la Espriella ist wie sein Vorgänger Gustavo Petro sehr umstritten
Donald Trump und Gustavo Petro haben nicht viel gemeinsam. Aber beide sind große Meister darin, demokratische Wahlergebnisse in Frage zu ziehen, ohne dafür Beweise vorzulegen.
Am Sonntag fand in Kolumbien, mit 53 Millionen Einwohnern das drittgrößte lateinamerikanische Land nach Brasilien und Mexiko, die Stichwahl für das Präsidentenamt statt. Der bisherige Amtsinhaber Petro durfte qua Verfassung nicht zur Wiederwahl antreten. Petro hatte die Koordinaten der Politik in den letzten vier Jahren weit nach links verschoben. Unter ihm wurde das traditionell eher konservative Kolumbien plötzlich zum Verbündeten anderer linker Führer wie Brasiliens Lula da Silva. Auch die bis 2022 engen Beziehungen zu Israel wurden beeinträchtigt.
2024 brach der einstige Guerilla-Kämpfer Petro die diplomatischen Beziehungen zu Jerusalem wegen des Gaza-Krieges ab. Er war auch einer der ersten Staats- und Regierungschefs, die Israel einen Genozid an den Palästinensern vorhielten.
Auf der Plattform X war der Präsident fast so aktiv wie einst Donald Trump, als das soziale Medium noch Twitter hieß. Vor zwei Wochen postete Petro als Reaktion auf eine Äußerung des rechtspopulistischen Kandidaten Abelardo de la Espriella den Nazi-Gruß »Heil Hitler«, was international Empörung auslöste.
Petro hat Amtskollegen als »Nazis« diffamiert
Israels Botschafter bei den Vereinten Nationen, Danny Danon, kritisierte Petro dafür scharf. »Was auch immer in Ihrem Leben vor sich geht, es gibt Grenzen, die niemals überschritten werden dürfen«, schrieb Danon auf X. »Die Verwendung nationalsozialistischer Parolen ist ein beschämender Tiefpunkt, von dem aus es kein Zurück gibt.« Doch Petro löschte den Tweet keineswegs und entschuldigte sich nicht. Zuvor hatte er auch schon seine Amtskollegen in Argentinien und Chile, Javier Milei und José Antonio Kast, als »Nazis« diffamiert.
Auch den knappen Wahlsieg des Rechtpopulisten und Trump-Fans de la Espriella will Petro nicht........
