„Lady Gaza“ kommt in die Schweiz
02. Juni 2026 – 17. Siwan 5786
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»Lady Gaza« kommt in die Schweiz
Ein sozialdemokratischer Abgeordneter hat die umstrittene französische Europaabgeordnete Rima Hassan nach Bern eingeladen und damit Empörung ausgelöst. Erste Stimmen fordern nun ein Einreiseverbot
Eine Einladung sorgt in der Schweiz für Wirbel. Nicht nur die Vertreter der jüdischen Gemeinschaft sind empört, weil die französische Europaabgeordnete Rima Hassan kommende Woche nach Bern kommen soll. Der Genfer Ständerat Carlo Sommaruga von den Sozialdemokraten (SP) hatte sie eingeladen, wie am Wochenende bekannt wurde.
Nicole Barandun, Nationalrätin der Mitte-Partei und Präsidentin der Gesellschaft Schweiz-Israel Zürich, ist regelrecht schockiert von der Nachricht. »Das sendet ein fatales Signal an alle, die mit aller Kraft gegen Antisemitismus kämpfen, sowie an alle Frauen«, sagte Barandun dieser Zeitung.
Jemandem wie Hassan, der die Massaker des 7. Oktober relativere und Gewalt verherrliche, eine Bühne zu bieten, sei eine Provokation, findet die Abgeordnete. »Die eingeladenen Gäste werden als relevante Gesprächspartner anerkannt, ihre Ansichten als diskussionswürdig aufgewertet.« Ihr sei schleierhaft, warum die parlamentarische Gruppe Schweiz-Palästina ausgerechnet Rima Hassan als Rednerin eingeladen habe.
Jonathan Kreutner, Generalsekretär des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG), sieht den geplanten Auftritt ebenfalls kritisch. »Rima Hassan hat wiederholt ihre Sympathie für die in der Schweiz verbotene Terrororganisation Hamas ausgedrückt. Und sie unterstützt klassische antisemitische Stereotype von einer angeblich übermächtigen ‚jüdischen Lobby‘. Für den SIG ist es unverständlich, dass eine solche Person ins Bundeshaus eingeladen wird.«
Und auch aus der Sozialdemokratischen Partei kommt Kritik. Nationalrätin Priska Seiler Graf unterstützt diese Einladung »in keinster Art und Weise«, denn, so die SP-Politikerin: »Rima Hassan verharmlost den Terror der Hamas, findet ihn völkerrechtlich legitim.« Seiler Graf hätte sich die Einladung einer dialogbereiteren und differenzierteren Vertreterin der palästinensischen Sache gewünscht. Sie werde deshalb nicht an dem Treffen mit Hassan teilnehmen, wie sie der Jüdischen Allgemeinen mitteilte.
Wie kaum eine Politikerin ihrer Generation in Frankreich polarisiert Rima Hassan. Sie hat glühende Anhänger, aber auch entschiedene Gegner. Die in Syrien geborene Juristin ist das jüngste der sechs Kinder einer Familie von palästinensischen Flüchtlingen. Sie wuchs bei ihrem Vater im Flüchtlingslager Neirab in der Nähe von Aleppo auf, dem größten seiner Art in Syrien. Im Alter von neun Jahren zog Hassan zu ihrer Mutter nach Frankreich, die dort schon einige Jahre lang gelebt hatte.
Bis 2023 war der Name Rima Hassan den meisten Franzosen kein Begriff. Doch dann katapultierte sich Hassan mit mehreren sehr provokanten Äußerungen zum 7. Oktober 2023 ins Zentrum des öffentlichen Interesses. In einem Umfeld, in dem die Gegnerschaft zu Israels Vorgehen in Gaza plötzlich zum Einmaleins der Linkspopulisten gehörte, wurde Hassan auch für die Politik interessant.
Von der Bewegung La France Insoumise (LFI) des Linkspopulisten Jean-Luc Mélenchon wurde »Lady Gaza«, wie sie einige mittlerweile nennen, auf den........
