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12.03.2026

12. März 2026 – 23. Adar 5786

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Aus für einen Leuchtturm: Über die Schließung des ehemaligen HIAS-Büros in Wien

Bittersüß: So beschreibt Gary Shteyngart seine bis heute aufkommenden Gefühle beim Durchqueren des Wiener Flughafens. Denn Wien, so der 1972 in Leningrad geborene Schriftsteller in seiner Autobiografie Little Failure (»Kleiner Versager«), sei die erste Station für sowjetische Juden gewesen, bevor sie über Rom in ein englischsprachiges Land oder nach Israel auswanderten.

Dass die österreichische Hauptstadt zu einer Anlaufstelle für sowjetisch-jüdische Flüchtlinge wurde, ist im Wesentlichen auf das dortige HIAS-Büro zurückzuführen. Nach dem Zweiten Weltkrieg eröffnete die 1881 in New York gegründete Hebrew Immigrant Aid Society zahlreiche Repräsentanzen in West- und Mitteleuropa. In Deutschland und Österreich stand die Unterstützung für jüdische »Displaced Persons« im Fokus der Tätigkeit von HIAS.

Anfang Februar entzog die US-Regierung der österreichischen RSC-Sektion die Finanzierung.

Nach dem ungarischen Volksaufstand 1956 strömten wiederum viele jüdische Flüchtlinge über Wien nach Nordamerika. Seit den späten 70er-Jahren wurde die Stadt schließlich zur ersten Station für Juden aus der UdSSR auf dem Weg in die Freiheit. Von der strapaziösen, oftmals abenteuerlichen Flucht aus dem antisemitisch grundierten Sowjetstaat berichten Romane wie David Bezmozgis’........

© Juedische Allgemeine