menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Trump verweigert eine klare Strategie – das macht die Situation gefährlich

7 0
yesterday

Krieg ist kein Börsen-Statement. Doch Donald Trump behandelt den Iran-Krieg wie einen Kurszettel: Heute ist „fast alles erreicht“, morgen „stehen wir erst am Anfang“. Diese Widersprüche sind nicht nur Kommunikations-Bingo. Sie sind das Symptom eines Strategie-Vakuums.

Wer Märkte nachhaltig beruhigen will, braucht eine glaubwürdige Exit-Strategie. Stattdessen liefert das Weiße Haus seit bald zwei Wochen täglich wechselnde Begründungen für den massivsten Militäreinsatz seit dem Irak-Krieg 2003. Während Teheran Kontinuität und Widerstandsgeist demonstriert: mit Chameneis Sohn an der Spitze, mit Drohnen gegen Nachbarn, mit der Drohung, die für den weltweiten Öl-Handel zentral wichtige Straße von Hormus weiter zu verstopfen.

Das Regime zeigt: Es lebt noch. Und es kann den Preis für Trump jeden weiteren Tag erhöhen.

Darum geht Trump den unbequemen Fragen aus dem Weg

Der verkauft Luftschläge als Abkürzung zur Ordnung. Aber politische Ziele entstehen nicht aus Trümmern. Ein Regimewechsel „von unten“ lässt sich nicht herbeibomben. Ein Nachfolger lässt sich nicht per Social-Media-Post „akzeptabel“ machen. Und eine globale Handelsader lässt sich nicht mit Optimismus freihalten.

Trump aber geht den unbequemen Fragen – wann wird dieser Krieg vorbei sein? – konsequent aus dem Weg. Er will keine Verantwortung für den Tag danach übernehmen. Genau das macht die Situation gefährlich. Denn der Gegner stimmt nicht zu, dass es „bald vorbei“ ist. Solange Donald Trump kein „Endgame“ definiert, wird der Krieg nicht enden. Er wird ausfransen. Mit mehr Terror und Vergeltung, höheren Risiken und einem Ölmarkt, der die nächste Beschwichtigungsphrase durchschaut.


© IKZ