Wenn Amerikas Medienbalance kippt
Liebe Leserinnen und Leser,
als ich USA-Korrespondent war, kreuzten sich bei größeren Lagen meine Wege gelegentlich mit denen von CNN: im Wahlkampf zwischen Barack Obama und Mitt Romney, bei einem fanatischen Pastor, der in seiner Kirche den Koran verbrannte, in New York, als der Monstersturm Sandy das südliche Manhattan überflutete und ins stromlose Dunkle versetzte.
Wenn wir eintrafen, waren sie meist schon da. Nicht mit zwei, drei Reportern, sondern mit einer Armada. Satellitenwagen, Produzenten, Korrespondenten, Techniker – ein perfekt eingespieltes System. Ich habe diese Wucht immer bewundert. Und die Professionalität.
Wenn wir eintrafen, waren sie meist schon da. Nicht mit zwei, drei Reportern, sondern mit einer Armada. Satellitenwagen, Produzenten, Korrespondenten, Techniker – ein perfekt eingespieltes System. Ich habe diese Wucht immer bewundert. Und die Professionalität.
Von Anderson Cooper zum Beispiel, dem ich manchmal begegnete. Seine Fragen waren scharf, aber nie schrill. Kritisch, ohne ideologisch zu sein. Nüchtern im Ton, empathisch im Gespräch. Ein journalistisches Vorbild.
Damals war das amerikanische Fernsehuniversum sortiert. CNN stand für eine liberale, progressive Perspektive. Fox News für das konservative Amerika. Manchmal polarisierend, aber in Balance. Diese könnte nun kippen.
Im Ringen um den Medienkonzern Warner Bros., zu dem CNN gehört, ist der Streamingdienst Netflix aus dem Bieterkampf ausgestiegen. Zu hoch der Preis, den Paramount Skydance geboten hat. Sollte der Deal mit Paramount zustande kommen, stünde CNN vor einer ungewissen Zukunft.
