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Gebäudemodernisierungsgesetz: Ein neuer Heizhammer

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25.02.2026

Gebäudemodernisierungsgesetz: Ein neuer Heizhammer

Stand: 25.02.2026, 17:39 Uhr

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Die schwarz-rote Koalition schafft das Ampel-Gesetz ab – mit fatalen Folgen.

Das Beste, was man über das neue Heizungsgesetz sagen kann, ist: Die Regierung hat Wort gehalten. Im Koalitionsvertrag steht: Die Ampel-Regelungen werden abgeschafft. Das passiert nun. Leider ist das, was das Habecksche Gesetz ersetzen wird, aber inhaltlich viel schlechter als das, was bisher gilt. Die große Klimaschutzlücke im Gebäudesektor wächst wieder, und den Menschen, die im Vertrauen auf die Bundesregierung weiter Gas- und Ölheizungen einbauen lassen, droht eine Kostenfalle.

Die zentralen Änderungen sind ein energiepolitischer Rückschritt. Die 65-Prozent-Erneuerbaren-Vorgabe – Herzstück der bisherigen Reform – wird gestrichen. Neue Gas- und Ölheizungen dürfen wieder ohne Einschränkungen eingebaut werden, selbst die Beratungspflicht entfällt. Der Heizungskeller wird wieder zur „Privatsache“. Emissionen, die die Klimakrise anheizen, sind aber keine Privatsache.

Als Ausgleich präsentiert die Koalition eine Quote für Grüngas und Grünöl. Die Heizungen sollen durch Beimischungen klimafreundlicher werden. Doch der Anteil ist minimal: Gas- und Ölfirmen müssen von 2028 an ein Prozent „Bio“ oder synthetische Brennstoffe hineinpacken, von 2029 an sollen Gas- und Ölkunden für neue Heizungen noch zehn Prozentpunkte draufpacken. Ein klimapolitischer Hebel sieht anders aus. Selbst höhere Quoten lösen das strukturelle Problem nicht. Biogas und Bioöl sind knappe, teure Ressourcen. Was im Heizungskeller verbrannt wird, fehlt der Industrie oder im Schwerlastverkehr, wo Alternativen rar sind.

Ähnliches gilt für Wasserstoff als künftige Option für Gasheizungen. Grüner Wasserstoff bleibt auf absehbare Zeit kostbar und wird in Sektoren benötigt, die kaum elektrifizierbar sind: Stahl, Chemie, Lkw, Schiff. Ihn massenhaft für Gebäudeheizungen einzuplanen, ist weder effizient noch realistisch. Das neue Gesetz setzt auf Energieträger, deren Verfügbarkeit begrenzt ist und die teuer sind. Für Verbrauchende bedeutet das Unsicherheit – und das Risiko steigender Kosten.

Selbst der Energieversorger-Verband BDEW sieht die Gefahr von Lock-in-Effekten und Kostensteigerungen. Genau das droht: Wer heute wieder eine fossile Heizung einbaut, bindet sich technologisch für 20 Jahre oder mehr. Wenn CO₂-Preise steigen, was klimapolitisch unausweichlich ist, und Netzkosten in die Höhe gehen, weil sie auf tendenziell weniger Nutzende umgelegt werden, wird aus der vermeintlich günstigen Lösung eine teure Altlast.

Sinnvoll in den Koalitions-Eckpunkten ist, dass die kommunale Wärmeplanung vereinfacht werden soll. Positiv sind zudem die verbesserten Rahmenbedingungen für die Fernwärme und deren Finanzierung. Gerade in dicht besiedelten Regionen kann ein Ausbau viele Probleme lösen.

Die Union hat sich gegen den „Heizhammer“ durchgesetzt. Die SPD, die die gelobte 65-Prozent-Regelung retten wollte, ist eingeknickt. Die Gaslobby darf hoffen, ihr Geschäftsmodell länger zu konservieren. Ob diese Rechnung aufgeht, ist fraglich. Technologisch und ökonomisch spricht vieles für die Alternative der Wärmepumpe. Sie arbeitet um ein Vielfaches effizienter, nutzt zunehmend erneuerbaren Strom und reduziert Abhängigkeiten von volatilen Brennstoffmärkten.

Politik kann diesen Trend bremsen. Aufhalten wird sie ihn kaum. Die Physik der Effizienz und die Logik der Märkte werden hartnäckiger sein als Koalitionskompromisse. Offen ist nur, wie viel Zeit – und wie viele Emissionen – Deutschland sich bis dahin noch leisten will. Politik


© Frankfurter Rundschau