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Earth Hour: Dunkelheit sorgt für mehr Durchblick

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27.03.2026

Earth Hour: Dunkelheit sorgt für mehr Durchblick

Stand: 27.03.2026, 15:45 Uhr

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Während der Earth Hour können alle mit wenig viel erreichen, wenn sie kurz das Licht auslassen.

Heute ist die 20. Earth Hour. Um 20:30 Ortszeit schalten Millionen Menschen, Städte und Unternehmen weltweit für eine Stunde das Licht aus, um ein Zeichen für Klimaschutz und den Erhalt der Natur zu setzen.

Erstmals gab es die Earth Hour 2007 in Australien. Dort war der Klimawandel aufgrund von Dürren, die zu Wasserknappheit und Waldbränden führen, zu einem so zentralen Thema geworden, dass der WWF ein Zeichen setzen wollte, an dem sich ganz einfach alle beteiligen konnten. Als ein Symbol für den Klimaschutz sollte eine Stunde lang das Licht ausgeschaltet werden, auch um auf die massive Energieverschwendung aufmerksam zu machen, die von Lichtquellen kam, die sinnlos vor sich hin leuchteten.

Alle können etwas tun, um unsere Lebensgrundlage zu erhalten. Das ist nicht nur sinnvoll, sondern macht sogar Spaß. Sich an einem ökologischen Gemeinschaftsgarten zu beteiligen, Lebensmittel zu retten oder sich in einer regionalen Naturschutzgruppe mit anderen für Igel, Vögel oder Amphibien zu engagieren, das alles hebt die Stimmung – und hilft der Natur.

Dieses Engagement der Zivilbevölkerung wird immer wichtiger, denn auf der politischen Bühne sehen wir immer mehr Weigerung, zukunftsfähige Politik auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu machen, dafür aber eine große Begeisterung, mit immer mehr Karacho in veraltete Technologien zu investieren und Deutschland damit in Sachen Innovation ins Abseits zu manövrieren.

Wir sind auf dem besten Weg, bis 2030 die im Pariser Klimaabkommen festgelegte Grenze von 1,5 Grad für den globalen Temperaturanstieg zu überschreiten. Das hängt mit den weiter ansteigenden Treibhausgasemissionen zusammen, aber auch mit der voranschreitenden Zerstörung der Natur. Klimawandel zerstört Natur, weil Organismen ihren Lebensraum verlieren, physiologische Prozesse gestört oder desynchronisiert werden. So verlieren kälteliebende Tiere ihre Heimat, schwächelt die Fotosynthese bei zu hohen Temperaturen selbst in tropischen Pflanzen und kehren Zugvögel zu spät zu uns zurück, um noch ausreichend Insektenlarven für die Fütterung ihrer Jungen zu finden.

Statt den Forschungs- und Umsetzungsturbo in Energie- und Ressourceneffizienz, in Kreislaufwirtschaft und naturbasierte Lösungen zu zünden, diskutieren wir über die Rückkehr zur Atomkraft, Fracking, den Abbau des EU Green Deal, Vergasung von Pflanzen und die Aufweichung der Naturschutzgesetzgebung.

Wir leben aber nicht mehr in den 1950ern, wo wir natur-positive Geschäftsmodelle umsetzen könnten, die ein wirtschaftliches Potenzial von zehn Billionen Euro im Jahr haben, wo das Erstarken von Wildtierbeständen, der Schutz intakter und die Wiederherstellung degradierter Ökosysteme der Atmosphäre Milliarden Tonnen Treibhausgase entziehen würde, wo wir genug Bio-Lebensmittel auch für elf Milliarden Menschen produzieren könnten und vor allem, wo wir Energie regional erzeugen könnten, anstatt sie von Diktatoren zu beziehen, die mit dem Geld Kriege und Unterdrückung finanzieren.

Setzen wir also heute Abend ein Zeichen – und lassen dann nicht nach.

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