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Ziviler Widerstand: Ein Modell für die ganzen USA

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13.02.2026

Ziviler Widerstand: Ein Modell für die ganzen USA

Stand: 13.02.2026, 18:04 Uhr

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Der zivile Widerstand in Minnesota beendet die brutale ICE-Operation. Nun formiert sich landesweit Protest gegen Trumps Migrationspolitik. Der Kommentar.

Lange haben Politiker:innen, Organisationen, ja die ganze Welt darüber debattiert, wie man Donald Trump und seinen zunehmend autoritären Übergriffen die Stirn bieten kann. Die Menschen in Minneapolis haben in den vergangenen Wochen eine eindrucksvolle Antwort gegeben: querstellen, zusammenstehen – und sich bloß nicht verkriechen!

Das nun verkündete Ende der ICE-Operation im Bundesstaat Minnesota markiert einen bedeutenden Sieg der US-Zivilgesellschaft gegen die Regierung. Er hat die Kraft, zu einem Wendepunkt zu werden.

Als die US-Migrationsbehörde ICE Anfang Dezember mit Tausenden Beamten nach Minneapolis zog, fühlten sich die Menschen dort belagert. Geländewagen mit verdunkelten Scheiben patrouillierten durch die Straßen, Maskierte zerrten Menschen nichtweißer Hautfarbe in die SUV, selbst ein Kleinkind verschwand in Gewahrsam. Der Krankenpfleger Alex Pretti und die Mutter Renee Good wurden von Einsatzkräften der Trump-Regierung erschossen, weil sie ihnen entgegentraten.

Die Szenen in Minnesota zeigten die USA als Unrechtsregime statt als Rechtsstaat. Doch die Menschen in Minneapolis wehrten sich. Ein Konzert ihrer Trillerpfeifen begleitete jeden ICE-Einsatz. Eine Kirche lieferte Nahrungsmittel an Zehntausende Menschen, die ihre Häuser nicht mehr verlassen konnten. Die lokale Schulbehörde setzte die Präsenzpflicht aus. Und wann immer ICE anrückte, filmten Menschen die Einsätze.

Damit produzierten sie Bilder, die Empörung im ganzen Land auslösten. In vielen Teilen des Landes verzeichnen Gruppen, die sich gegen Übergriffe wehren wollen, nun Zulauf. Der Bau von Gefängnissen durch das „Heimatschutz“-Ministerium stößt selbst in republikanischen Regionen auf Widerstand, wie ein offenbar gescheitertes ICE-Vorhaben in Mississippi zeigt.

Das Ende des Einsatzes in Minneapolis zeigt, dass ziviler Widerstand selbst Trump zu einem Kurswechsel zwingen kann. Sein Versprechen einer harten Migrationspolitik hatte maßgeblich zu seinem Wahlsieg vor gut einem Jahr beigetragen. Dass er dabei in Minneapolis überzog, könnte zu einem wichtigen Faktor für ein mögliches Debakel bei den Zwischenwahlen im November werden.

Minneapolis ist ein Meilenstein. Das Ende der rigorosen Politik gegen Migrant:innen bedeutet es aber nicht. Nicht zuletzt drohte Trump damit, ICE auch bei den Zwischenwahlen auf die Straße zu schicken – ein Angriff auf die freien Wahlen könnte somit folgen. Das Land kann sich aber an Minnesota ein Beispiel nehmen, wie es sich dagegen zu wehren verstehen kann.


© Frankfurter Rundschau