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FR-üh dran: Groteske Ironie im Kampf um die Pfalz – Feminismus-Ikone stärkt Weidel den Rücken

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21.02.2026

FR-üh dran: Groteske Ironie im Kampf um die Pfalz – Feminismus-Ikone stärkt Weidel den Rücken

Stand: 21.02.2026, 06:53 Uhr

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Alice Weidel besucht Rockenhausen. In Rheinland-Pfalz wird die AfD-Chefin mit zwei Gegendemos konfrontiert. Der Wahlkampf vor der Landtagswahl heute in „FR-üh dran“.

Rockenhausen – FR-üh Radar – das steht heute an: Rockenhausen bekommt Besuch aus Berlin: Die AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel reist zum sogenannten „Pfalztreffen“ ihrer Partei in die Donnersberghalle. Die Veranstaltung beginnt um 11 Uhr, rund 1.000 Teilnehmer:innen werden erwartet. Gleich zwei Gegendemonstrationen sind angemeldet – eine für bis zu 500 Personen auf dem Pausenhof der IGS Rockenhausen, eine weitere für 150 Personen direkt vor der Halle. Währenddessen tobt im restlichen Rheinland-Pfalz der Wahlkampf für die anstehende Landtagswahl. Und die AfD bekommt unerwartet Unterstützung

Wir erklären Ihnen, wie es dazu kam: Der Besuch Alice Weidels versetzt das beschauliche Rockenhausen in den Ausnahmezustand. Damian Lohr, parlamentarischer Geschäftsführer der AfD im Landtag in Mainz, bezeichnete das Event gegenüber der Rheinpfalz als „womöglich größte politische Veranstaltung in der Geschichte des Kreises“. Die Polizei ist mit verstärkten Kräften vor Ort. Neben der AfD-Chefin werden der Bundestagsabgeordnete Sebastian Münzenmaier und Jan Bollinger erwartet. Bollinger ist Spitzenkandidat der AfD für die anstehende Wahl in Rheinland-Pfalz, in der die AfD laut aktuellen Umfragen auf ein gutes Ergebnis spekulieren kann.

Hier erfahren Sie, worum es geht, worauf es ankommt und woran es hängt: Die AfD versucht mit Bundesprominenz im Landtagswahlkampf zu punkten. Gleichzeitig versuchen die demokratischen Kräfte, eine breite Front gegen die Rechtspopulisten zu bilden. Auf der Gegendemonstration sprechen Vertreter:innen von CDU, SPD, Grünen und Linken. Dennis Kolter, Mitglied der Grünen, will sich Weidels Auftritt persönlich in der Halle anschauen. „Ich bin neugierig, was sie dort erzählen werden. Schließlich behaupten sie auf ihren Plakaten: Wir regeln das“, sagte Kolter der Rheinpfalz. Viele Teilnehmer:innen aus der Region erwartet der Grüne nach eigenen Aussagen nicht.

Espresso-Argumente für die Kaffeeküche

Mit diesen Argumenten punkten Sie bei der politischen Debatte in der Kaffeeküche: „Die AfD wird ausgegrenzt, das ist undemokratisch“ - Der Opfermythos, den die AfD um sich und ganz Deutschland spannt, diente seit jeher der Verschleierung der eigenen Ideologie. Die Rechtspopulisten werden nicht ausgegrenzt, sie sitzen seit Jahren in allen Landtagen und im Bundestag und dürfen auch in Rockenhausen Wahlkampf betreiben. Das ist ihr Recht in einer Gesellschaft, in der die Meinungsfreiheit geschützt ist. Wer aber grundlegende Menschenrechte infrage stellt oder wen der sicher nicht als linksradikal bekannte Verfassungsschutz als rechtsextremistischen Verdachtsfall einstuft, der disqualifiziert sich für den demokratischen Diskurs. Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Mit Verbrechern diskutiert man nicht über Gerechtigkeit.

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„Gegendemonstrationen bringen doch nichts - das macht die AfD nur stärker“ - Geschlagen werden kann die AfD letztlich nur an der Wahlurne. Das gelingt ihr oftmals, weil sie sich als eigentliche Stimme des Volkes geriert. Wenn das Volk schweigt, interpretieren Weidel und Co. das als Zustimmung. Deshalb ist es so wichtig, dass nicht nur Linke und die Antifa protestieren, sondern dass eine breite Allianz aus CDU, SPD, Grünen und Linken klare Kante gegen Rechtsextremismus zeigt.

Lesen Sie hier schon heute, was als Nächstes passieren wird: Das heutige Pfalztreffen in Rockenhausen markiert den Auftakt für die heiße Phase des Wahlkampfs in mehreren Bundesländern. In Baden-Württemberg wird am 8. März der Landtag gewählt, zeitgleich finden die Kommunalwahlen in Bayern statt. Am 15. März folgen die Kommunalwahlen in Hessen, am 22. März die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Weiter geht es im Spätsommer in Sachsen-Anhalt. Bei den dortigen Landtagswahlen hat die AfD gute Chancen, als stärkste Kraft hervorzugehen. 81 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs könnte dann mit Ulrich Siegmund ein Mann Ministerpräsident werden, der vor drei Jahren in Potsdam gemeinsam mit anderen Rechtsextremisten einen „Masterplan zur Remigration“ besprach.

FR‑üh dran – die Lage am Morgen

In unserer Kolumne informieren wir Sie jeden Morgen über den wichtigsten Termin des Tages. Wir fassen zusammen, was ansteht, wie es dazu kam und was daraus folgt. Darüber hinaus bereiten wir Sie als unsere FR-Leser:in mit Argumenten auf die politische Debatte in der Kaffeeküche, am Mittagstisch und auf dem Schulhof vor.

Auf unserer Themenseite finden Sie alle Ausgaben von „FR-üh dran - die Lage am Morgen“ in der Übersicht und noch mehr gute Gründe, warum „FR-üh dran“ zu Ihrem täglichen Morgenritual werden sollte.

Sie sind anderer Meinung, Ihnen fehlen Argumente oder Sie haben ein Thema, dem wir uns in der Kolumne annehmen sollen? Dann schreiben Sie uns oder diskutieren Sie mit in der Kommentarspalte unter diesem Artikel.

Einen Tag vor dem Besuch von Alice Weidel in Rockenhausen bekam die AfD-Chefin Rückenwind aus unerwarteter Richtung. Im Interview mit dem Spiegel beantwortete Alice Schwarzer die Frage, ob Alice Weidel als Bundeskanzlerin eine gute Sache für die Frauen wäre: „Das hätte sicherlich trotz allem auch den Effekt, ermutigend für Frauen zu sein.“ Später behauptete Schwarzer, missverstanden worden zu sein. Da waren die Worte aber bereits gefallen.

Die Ironie dabei ist geradezu grotesk. Die einstige Ikone des deutschen Feminismus kann dem Sieg einer Partei etwas abgewinnen, die systematisch gegen Frauenrechte agitiert, in ihrem Parteiprogramm die „naturgegebenen Unterschiede zwischen Männern und Frauen“ betont und nicht nur das Recht auf Abtreibung, sondern sogar das Recht auf Scheidung infrage stellt. Am liebsten würde die AfD die Frauen wohl sowieso wieder weg von der Wahlurne und zurück in die Küchen und Kreißsäle schicken. Das hat einen logischen Grund: Frauen wählen die AfD deutlich seltener als Männer. Wenn Weidel also wirklich einmal Kanzlerin wird, dann haben wir alle (und auch Schwarzer) das den Männern zu verdanken. (Quellen: Rheinpfalz, Spiegel) (dil)


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