Das Verb „kommen“ ist ein Chamäleon
Im Wahlkampf steht auf vielen Plakaten, dass Politiker xy „kommt“. Aber ist klar, was damit gemeint ist? Schließlich drängen sich so manche Assoziationen auf.
Eine der vornehmsten Aufgaben von Werbeprofis ist es, keine falschen Assoziationen zu wecken. Das gelingt nicht immer. Wie schlecht müssen sich die Strategen, die einst den Namen VW Vento ersannen, gefühlt haben, als ihnen dämmerte, dass „Vento“ im umgangssprachlichen Italienisch „Furz“ heißt? Oder die Wortschöpfer des Audi e-tron, als ihnen gesteckt wurde, dass „Étron“ das französische Wort für „Kothaufen“ ist?
In München plakatiert der Oberbürgermeister gerade „München. Reiter. Passt.“ Das kann man natürlich so lesen, dass da zwei einfach zusammenpassen. Aber auch im Sinne von „Passt schon“, was so viel bedeutet wie: Ist okay, aber halt auch nicht mega. Soll das Dieter Reiters Botschaft........
