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Das Verb „kommen“ ist ein Cha­mäleon

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08.02.2026

Im Wahlkampf steht auf vielen Plakaten, dass Politiker xy „kommt“. Aber ist klar, was damit gemeint ist? Schließlich drängen sich so manche Assoziationen auf.

Eine der vornehmsten Aufgaben von Werbeprofis ist es, keine falschen Assoziationen zu ­wecken. Das gelingt nicht immer. Wie schlecht müssen sich die Strategen, die einst den Namen VW Vento er­sannen, gefühlt haben, als ihnen ­dämmerte, dass „Vento“ im umgangssprachlichen Italienisch „Furz“ heißt? Oder die Wortschöpfer des Audi ­e-tron, als ihnen gesteckt wurde, dass „Étron“ das französische Wort für „Kothaufen“ ist?

In München pla­katiert der Oberbürgermeister gerade „München. Reiter. Passt.“ Das kann man natürlich so lesen, dass da zwei einfach zusammenpassen. Aber auch im Sinne von „Passt schon“, was so viel bedeutet wie: Ist okay, aber halt auch nicht mega. Soll das Dieter ­Reiters Botschaft........

© Frankfurter Allgemeine