Ausgerechnet Spahn
Nach dem Rücktritt : Ausgerechnet Spahn
Der Fall Jens Spahn sagt einiges über die Führung der CDU aus: Sie hat offenbar wenig Gefühl für die Stimmung im Parteivolk.
Aber die CDU hat sich dagegen entschieden. Auf ihrem Parteitag in Stuttgart im Februar hat sie ihre Linie noch einmal bekräftigt. Das wäre eine gute Gelegenheit für Spahn gewesen, seinen Parteifreunden mitzuteilen, dass er eine andere Linie verfolgt. Zu diesem Zeitpunkt war die Leihmutter seines Kindes in den USA schließlich schon schwanger. Er hätte das gut begründen können, und es wäre nicht das erste Mal gewesen, dass er seinen eigenen Weg geht und durchaus Anerkennung dafür erntet.
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Kein Gefühl für die brisante Lage der CDU
Daran ist Spahn gescheitert: Er tat es nicht. Öffentlich blieb er ein Gegner, privat aber war er längst ein Befürworter. Seine Partei führte er damit hinters Licht, so intim die Angelegenheit auch sein mag. Es wäre falsch zu sagen, dass Spahn für den richtigen Zeitpunkt der Mut fehlte. Daran mangelt es ihm nicht, und er hat schon ganz andere Konflikte durchgestanden. Viel mehr spricht dafür, dass er die Sache politisch auf die leichte Schulter nahm. Die Partei aber vor vollendete Tatsachen zu stellen, war ein Vertrauensbruch.
Wie falsch Spahn seine Lage eingeschätzt hat, wird auch daran deutlich, dass er nach der ersten Welle der Empörung versprach, die Fraktion im September über sein........
