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Honorarobergrenze für Wahlärzte: Korinna Schumanns nächster Flop

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03.03.2026

Ist es Unwissenheit? Gleichgültigkeit? Oder der Versuch, vom Fiasko mit den Engpässen bei den Gürtelrose-Impfungen abzulenken? So oder so werden Gesundheitsministerin Korinna Schumanns Überlegungen, Honorarobergrenzen für Wahlärzte einzuführen, ähnlich schlecht altern wie bisherige Fantasien anderer Politiker, Wahlärzten das Leben schwer zu machen. Mit dem Vorwand, die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu verbessern.

Denn Wahlärzte sind für kein einziges Problem des Gesundheitssystems verantwortlich. Im Gegenteil, ohne sie würde der niedergelassene Bereich glatt zusammenbrechen. Weil ihre Honorare aber deutlich höher sind als jene von Kassenärzten, und ihre Patienten zumeist nur einen kleinen Teil des bezahlten Geldes refundiert bekommen, müssen sie in regelmäßigen Abständen als Zielscheibe ratloser Politiker herhalten.

Aus Sicht der Patienten wären diese aber besser beraten, sich mit den Ursachen der steigenden Zahl an Wahlärzten zu beschäftigen – nämlich dem veralteten Honorarkatalog für Kassenärzte, weswegen ihnen keine Zeit für Zuwendungsmedizin bleibt und sie ihre Patienten im Akkord durchschleusen müssen. Auch bekannt als Drei-Minuten-Medizin.

Wer diesem Alltag eine Absage erteilt, um auf eigenes Risiko eine Praxis zu betreiben, in der er seinen Fokus anstatt auf Bürokratie auf seine Patienten richtet und dabei weniger verdient als ein Kassenarzt, sollte – wenn ihm schon niemand dankt – zumindest in Ruhe gelassen werden.

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