Die Armut sinkt – aber niemand redet darüber
In Österreich ist die Massenarmut ausgebrochen. Diesen Eindruck gewinnt, wer sich mit den Reaktionen auf die neuen Armutszahlen der Statistik Austria beschäftigt. Die Caritas warnt vor „steigender Armut und fordert Kurswechsel“, das Rote Kreuz sieht die „Armut in Österreich auf hohem Niveau“ und die Volkshilfe nahm die Zahlen zum Anlass, ihre Forderung nach einer Kindergrundsicherung zu wiederholen. An sich ist der Einsatz für eine bessere Welt ohne finanzielle Sorgen eine ehrenvolle Sache. Bloß geben die alarmistischen Meldungen die Realität nicht wieder. In der Diskussion über Armut werden Daten und Fakten vermischt, dass einem schwindlig wird.
16 Prozent der Menschen in Österreich gelten als armutsgefährdet, um 160.000 mehr als 2024. Ihr Einkommen beträgt weniger als 60 Prozent des Medians (die Hälfte liegt darüber, die Hälfte darunter). Wer also weniger als 1806 Euro netto im Monat zur Verfügung hat, kratzt bereits an der Schwelle zur........
