Er nährt die Opferlegende: Friedrich Merz wertet die AfD durch seine Attacken auf
Karl Valentin und Karl Kraus zitierten diesen Rat recht gern: „Nicht einmal ignorieren.“
In diesem logischen Paradoxon drückt sich die höchste Stufe der Verachtung aus. Es suggeriert, dass selbst einfache Ignoranz gegenüber dem Gegner zu viel der Ehre ist. „Nicht einmal ignorieren“ ist gewissermaßen Ignoranz in Potenz.
Friedrich Merz weiß das nicht. Wann immer es geht – und es geht ziemlich oft –, greift er die „Alternative für Deutschland“ (AfD) frontal an. Er beschimpft sie als „Miesmacher“ und „substanzlos“, wirft ihr Pläne für „ethnische Säuberungen“ vor, kritisiert sie als „Kraft, die Deutschland ruiniert“, und definiert AfD als „Abstieg für Deutschland“.
Das ist derb, herb, leidenschaftlich. Außerdem hat er recht. Aber ist es klug? Denn ist es nicht seltsam, dass die Zustimmung zur AfD in demselben Maße steigt, wie der Bundeskanzler auf die Partei eindrischt?
Malte Lehming ist Autor beim Tagesspiegel. Er sagt: Friedrich Merz ist mit seinen Angriffen auf die AfD vom Jäger zum Gejagten........
