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Ukraine-Verhandlungen in Abu Dhabi: Hilft die NATO-Krise bei der Friedenssuche?

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24.01.2026

Die Theorie wie historische Erfahrung lehren, dass Kriegsparteien dann auf Verhandlungen umschwenken, wenn verfolgte Ziele dadurch eher als durch fortgesetzte Kampfhandlungen zu erreichen sind. Ein Konflikt gilt dann als „reif“. Selbst wenn er sich nicht beilegen lässt, kann ihn eine Feuerpause entschärfen.

Inwieweit ist zwischen den Kombattanten Ukraine und Russland ein solches Reifestadium eingetreten? Was sich mit Sicherheit sagen lässt, die Umstände für Verhandlungen haben sich geändert – nicht nur auf den Schlachtfeldern, auch durch Einflussfaktoren, die bisher diesem Krieg mehr zugute kamen, als ihn zu beenden

In der Konsequenz wird mit den dreiseitigen Sondierungen in Abu Dhabi erstmals ein Format versucht, wie es das in den vier Jahren des Schlagabtauschs um die Ukraine noch nicht gab. Déjà-vu-Effekte nach den ergebnisarmen bzw. -freien Treffen zwischen Gesandten aus Kiew und Moskau in Istanbul sind daher kaum zu erwarten. Die Amerikaner moderieren in Abu Dhabi, sie pendeln nicht mehr zwischen den Verhandlungsparteien in Kiew und Moskau hin und her, sie agieren ohne Gesandte des Europas der Ukraine-Willigen im Rücken oder im Augenwinkel.

Wolodymyr Selenskyj muss das hinnehmen, selbst wenn es ihm anders gewiss lieber wäre. Schließlich hat er nach Bekanntgabe der 28-Punkte-Agenda der US-Regierung Ende November erbost kundgetan, einer „konzertierten Aktion“ der USA und Russlands ausgesetzt zu sein, und sich von den „Europäern“ trösten lassen. Er hat trotzdem eine Delegation nach Abu Dhabi geschickt. Die prekäre Situation der........

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