Mit reduziertem Etat: Stefan Brandt wird neuer Generaldirektor der Berliner Opernhäuser
Die Stiftung Oper in Berlin hat einen Nachfolger für ihren langjährigen Generaldirektor gefunden. Wie die Kulturverwaltung mitteilt, habe der Stiftungsrat in seiner Sitzung am Mittwoch einstimmig entschieden, dass Stefan Brandt zum 1. Januar 2027 den Posten übernimmt. Brandt, derzeit Direktor des Futurium, folgt auf Georg Vierthaler, der nach 13 Jahren an der Spitze der Stiftung in den Ruhestand geht.
Die Berliner Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson begrüßt in einer Pressemitteilung die Personalentscheidung und würdigt Brandts analytische Fähigkeiten, seinen strategischen Blick und seine Erfahrungen als moderner Kulturmanager. Sie zeigt sich zuversichtlich, dass er die Arbeit seines Vorgängers fortführen werde. Zugleich würdigt sie die Verdienste des scheidenden Generaldirektors: „Über viele Jahrzehnte hat Georg Vierthaler unter anderem als Geschäftsführender Direktor der Staatsoper, des Staatsballetts und später des Konzerthauses die Berliner Kulturlandschaft mit großem Engagement begleitet. 2013 wurde er Generaldirektor der Stiftung Oper in Berlin und hat diese entscheidend geprägt. Für seine herausragende Arbeit und seinen großen Einsatz für die Kulturstadt Berlin gilt ihm mein herzlicher Dank.“
Kürzung um zehn Prozent
Der designierte Generaldirektor Brandt zeigt sich erfreut über seine Aufgabe, die seine Leidenschaft für Oper mit meinen Erfahrungen als wirtschaftlicher und inhaltlicher Leiter von Kulturbetrieben verbinde. Er wolle sich gemeinsam mit den drei Opernhäusern, dem Staatsballett und dem Bühnenservice „der Erhaltung und Weiterentwicklung der Berliner Opern- und Ballettlandschaft widmen, die in ihrer Vielfalt und Qualität weltweit einzigartig ist“. Dabei gehe es – ähnlich wie in seiner bisherigen Arbeit im Futurium – um Zukunftsfähigkeit „im wirtschaftlichen Bereich ebenso wie mit Blick auf die gesellschaftliche Bedeutung von Kultureinrichtungen“.
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Finanziell zählt die Opernstiftung zu den größten Empfängern öffentlicher Kulturförderung in Berlin. So erhielt sie etwa 2023 rund 160,6 Millionen Euro Landeszuschuss und damit mehr als ein Fünftel der gesamten Berliner Kulturmittel. Gleichzeitig steht auch die Opernstiftung im Kontext der aktuellen Sparmaßnahmen des Landes Berlin. Es ist vorgesehen, den Zuschuss an die Opernstiftung um etwa 15 Millionen Euro zu reduzieren.
Die Stiftung Oper in Berlin wurde 2004 vom Land Berlin mit dem damaligen Kultursenator Thomas Flierl (Die Linke) gegründet, um die drei großen Opernhäuser der Stadt organisatorisch unter einem Dach zusammenzuführen. Zur Stiftung gehören die Staatsoper Unter den Linden, die Deutsche Oper Berlin und die Komische Oper Berlin sowie das Staatsballett Berlin und der gemeinsame Bühnenservice.
In einer weiteren Personalentscheidung wurde ab 2027 der Architekt Marco Unterhaslberger zum Geschäftsführer des Bühnenservice bestellt. Er folgt auf Rolf D. Suhl, der seit 2012 für den Bühnenservice tätig war und ebenfalls in den Ruhestand tritt.
