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Leonardo DiCaprios Freundin will nicht «Leonardo DiCaprios Freundin» sein – ist das jetzt feministisch oder lächerlich?

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30.03.2025

Popkultur Leonardo DiCaprios Freundin will nicht «Leonardo DiCaprios Freundin» sein – ist das jetzt feministisch oder lächerlich?

Jung, hübsch, namenlos: Leonardo DiCaprio datet Models. Auch seine aktuelle Freundin ist eines, doch sie will nicht mehr nur sein Anhängsel sein.

Nadja Zeindler 30.03.2025, 05.00 Uhr Drucken Teilen

Vittoria Ceretti ist seit bald zwei Jahren mit Leonardo DiCaprio zusammen und obwohl sie auf zahlreichen Bildern mit ihm zu sehen ist, kennen die wenigsten ihren Namen.

Bild: Keystone

Vittoria Ceretti ist ein erfolgreiches Model. So erfolgreich, dass sie nicht nur auf dem Cover der aktuellen französischen Vogue zu sehen ist, sondern darin sogar noch etwas plaudern darf. Ausserdem ist sie die Freundin von Leonardo DiCaprio. Doch genau so will sie nicht genannt werden, wie sie in dem Interview erzählt. Und wie titelte daraufhin die Klatschpresse? «Leonardo DiCaprios Freundin plaudert über Beziehungsdetails!» Ups.

«Sobald du mit jemandem zusammen bist, der eine grössere Gefolgschaft hat als du, wirst du zur ‹Freundin von› oder zum ‹Freund von› – und das kann extrem nervig sein», sagt sie. «Plötzlich reden alle über dich als die Freundin von jemandem, die die Ex von soundso war.» Man bekomme einfach diesen Stempel auf die Stirn geklatscht.

Die Sache mit dem «Freundin von» gibt es auch umgekehrt. Ich wage zu behaupten, dass die allermeisten ausserhalb der USA Footballstar Tom Brady vor allem als «(Ex-)Mann von Gisele Bündchen» kennen. Schlichtweg, weil Football bei uns kein grosses Thema ist. Denn oft ist es genau wie Ceretti selbst sagt: Wer weniger berühmt ist, ist das Anhängsel.

In den USA ist Tom Brady ein Star, in Brasilien ist er vor allem «Gisele Bündchens Ex-Mann».

Bild: Keystone

Trotzdem ist es bei Frauen anders. Das Problem liegt darin, dass sie vor nicht allzu langer Zeit nichts anderes sein konnten als «Frau von». Ihre Errungenschaften – wenn sie denn überhaupt die Möglichkeit dazu hatten – wurden heruntergespielt oder schlichtweg ignoriert. Dafür gibt es viele historische Beispiele. Und wohl noch viele mehr, von denen wir nie erfahren werden.

Ein paar Beispiele

  • Elizabeth Magie erfand Anfang des 20. Jahrhunderts «The Landlord’s Game», doch Charles Darrow stahl die Idee und verkaufte sie unter dem Namen «Monopoly».
  • In den 1950er-Jahren verkaufte Walter Keane die Bilder seiner Frau Margaret Keane unter seinem eigenen Namen und zwang sie, für ihn zu malen. Als sie ihn nach der Scheidung verklagte,........

    © Basellandschaftliche Zeitung