Ehrenbürgerschaft für Coco – jetzt
Ehrenbürgerschaft für Coco – jetzt
Einer der bekanntesten Zofinger dürfte der kleine Graupapagei Coco sein. Er unterhält, hört zu und kommentiert.
Coco ist bereits vielen Menschen aus der Region ans Herz gewachsen.
Wenn ich meine Tochter frage, was sie heute gerne machen möchte, höre ich oft zwei Worte: «Zom Coco». Der herzige, gesprächige Graupapagei in der Voliere beim Zofinger Trottenweieher hat aber neben meiner Tochter noch zahlreiche weitere Fans. Nicht selten herrscht Hochbetrieb vor seiner Behausung.
Unter den Coco-Fans gibt es zusammengefasst drei verschiedene Typen: Der ausgiebige Plauderer, der einfühlsame Zuhörer und der, der sich seine Probleme von der Seele redet. Coco erkennt sofort, welchen der drei Typen er gerade vor sich hat – so scheint es jedenfalls.
Wenn ein Exemplar der Gruppe der ausgiebigen Plauderer vor die Voliere tritt, fängt Coco schnell an zu reden. Er beherrscht etwa Worte wie «Hoi», «Tschüss», «Jo» oder «Nei». Ein Grossteil seiner Kommunikation läuft aber über Pfeifgeräusche, sei es ein schnippisches Hinterherpfeif-Geräusch oder melodische kleine Pfeiflieder. Auch mit seinem Kopf, den er sichtlich gut gelaunt rauf und runter bewegt – was fast schon an einen Tanz erinnert – kommuniziert er gerne. Der ausgiebige Plauderer geht natürlich sofort darauf ein. Es entsteht ein angeregter Austausch.
Der einfühlsame Zuhörer schlendert langsam auf die Voliere zu. Sein Blick ruht auf Coco. Und dieser fängt langsam und sanft an zu reden. Ein kurzes «Hoi» sorgt für Freude beim einfühlsamen Zuhörer. In der Folge spricht Coco vor sich hin. Sein Gegenüber hört mehrheitlich einfach zu.
Der Typ, der sich seine Probleme von der Seele reden möchte, kommt meist am frühen Morgen oder spät am Abend. Er möchte Coco für sich allein. Es kommt vor, dass Coco dann nicht draussen sitzt. Er kann sich, wann immer er möchte, ins Innere des Gebäudes zurückziehen. Meist lässt er sich aber durch Zurufen und Pfeifen herauslocken. Draussen angekommen, werden ihm dann ausführlich die Probleme und Sorgen des «Patienten» vorgetragen. Coco hält sich vornehm zurück. Vereinzelt mal ein zustimmendes Kopfnicken, gelegentlich mal ein «Jo» oder «Nei». Wenn die Probleme vorgetragen sind, verabschiedet sich der «Patient». Die meisten gehen mit einem besseren Gefühl, als sie gekommen sind. Reden hilft.
Coco ist für viele regelrecht zu einem Freund geworden. Man kennt ihn – und man mag ihn. Für seine Verdienste für die Zofingerinnen und Zofinger wäre es nun an der Zeit, ihn offiziell zum Ehrenbürger zu erklären.
Bsetzistei ist die wöchentlich erscheinende Kolumne aus der Feder der Redaktorinnen und Redaktoren des Zofinger Tagblatts.
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