Was ist die Demokratie wert, wenn man nicht bereit ist, sie zu verteidigen?
Am 24. Februar vor vier Jahren hat sich die Welt verändert. Nichts ist mehr, wie es vor dem Ausbruch dieses Krieges war, der jetzt in das fünfte Jahr geht. In der Ukraine mussten Millionen Menschen ihre Heimat verlassen. Zehntausende Menschen sind tot, Hunderttausende verwundet. Städte wie Awdijiwka, Bachmut, Lyssytschansk, Mariupol, Marjinka, Pokrowsk, Tschassiw Jar oder Wuhledar sind Ruinenlandschaften.
Nahezu jede Nacht attackieren Drohnen und Raketen ukrainische Millionenstädte wie Charkiw, Dnipro, Kiew oder Odessa. Ganze Stadtviertel sind in diesem kalten Winter ohne Strom, ohne Heizung. Irgendwie versuchen die Menschen, ihr Leben von Tag zu Tag zu organisieren. Die Ukrainer haben sich im Krieg eingerichtet, sie sind aber müde und erschöpft. Jeder hofft auf ein rasches Ende des Krieges. Fast niemand glaubt daran.
Vier Jahre Krieg in der Ukraine: Stimmen von Widerstand und Frustration
Ukraine-Krieg: Putin hält an seinen Zielen fest
Kremlherrscher Putin hält an seinen Zielen fest. Er will die komplette Eroberung des Donbass im Osten des Landes, wo die Front täglich näher auf die letzten von der Ukraine gehaltenen Großstädte vorrückt. Und er will die Kapitulation des Landes, um eine ihm genehme Regierung installieren zu können. Die USA unter ihrem erratischen Präsidenten Trump üben nicht den nötigen Druck auf Moskau aus, um einen gerechten Frieden zu erzwingen. Europa findet nicht die Kraft, eine ernst zu nehmende Verhandlungsmacht aufzubauen.
Artikel über die Ukraine – für Sie recherchiert
Als wollte Putin den Ukrainern ihren Lebensmut aus der Seele bomben
Andrij Melnyk: „Für unser Land ist das eine nicht enden wollende Qual“
Ukraine: „Deutschland ist überhaupt nicht auf einen Krieg vorbereitet“
Der Abnutzungskrieg im Osten zerstört auch die Glaubwürdigkeit des Westens. Was ist die Demokratie wert, wenn man nicht bereit ist, sie zu verteidigen, koste es, was es wolle? Auch Putins Russland leidet unter diesem Krieg, die Wirtschaft taumelt zusehends. Die einzige Frage scheint zurzeit, wer den längeren Atem hat.
