Merz sollte Trump wieder einfangen
Zwischen Trump und Merz hat es sich ausgekuschelt
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Der Kanzler hatte ein recht gutes Verhältnis zum erratischen US-Präsidenten aufgebaut. Nun polterte er in der Causa Iran einmal wie Trump und schon hat ganz Europa ein Problem. Es gibt aber eine Lösung.
Als Friedrich Merz noch nicht Kanzler war, hatte er leichtfertig gemutmaßt, Donald Trump und er „kämen schon klar“. Bis zum völkerrechtswidrigen Angriff der USA und Israels auf den Iran Anfang März sah es auch danach aus. Merz tat das, was bei Trump immer zieht: Er schmeichelte ihm. Und der US-Präsident belohnte den deutschen Regierungschef für den Kuschelkurs mit Lob und ein bisschen Nähe. Aber nun hat der Christdemokrat in der Causa Iran Widerworte („Nicht unser Krieg”) gegeben, und damit hat es sich vorerst ausgekuschelt. Das kann gefährlich werden für Europa, für die Nato, für die Ukraine und natürlich auch für das deutsch-amerikanische Verhältnis.
Trump ist verärgert, dass sich die Nato-Staaten nicht an seiner aus dem Ruder laufenden Iran-Mission beteiligen wollen. Er biegt die Beistandspflicht so, dass ihm Hilfe zustünde. Dabei gilt dies für den Fall eines Angriffs auf ein Mitgliedsland und nicht dafür, dass ein Nato-Partner einen anderen Staat angreift. Aber Trump wird seine Drohung wiederholen, dass der Ukraine-Krieg dann auch nicht sein Krieg sei. Man kann die beiden Kriege nicht miteinander vergleichen, aber wenn die USA Kiew keine Geheimdienstinformationen und Satellitenaufklärung mehr liefern, wäre der Schaden für Kiew - sowie für Europa und Deutschland - immens.
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Es war wichtig, dass Merz ein Stoppschild gezeigt hat, zumal die Nato-Partner vor dem Angriff auf den Iran nicht einbezogen worden waren. Und es ist gut, dass Kuscheln aufhört, wenn Trump Kuschen erwartet. Aber wer, wenn nicht Merz als Regierungschef der drittgrößten Volkswirtschaft, müsste mit Trump wieder eine Gesprächsgrundlage herstellen? Deutschland und Europa sollten sich politisch einbringen, dass der Iran-Krieg schnellstmöglich endet, auch wenn sie sich daran militärisch hoffentlich auch weiterhin nicht beteiligen.
