Obdachlose am Hauptbahnhof: Erst mal müssen die Politiker aus ihrem Tunnel
Obdachlose am Hauptbahnhof: Erst mal müssen die Politiker aus ihrem Tunnel
Obdachlose am Hauptbahnhof: Erst mal müssen die Politiker aus ihrem Tunnel
Der Streit in Ohligs über eine verschärfte Straßensatzung zeigt wie unter einem Brennglas das Problem der Politik: Die AfD kann genüsslich zusehen, wie sich Demokraten zerlegen. Der Blick auf die Woche von Kolumnist Stefan M. Kob.
Liebe Leserinnen und Leser,
für die Schwarz-Weiß-Denker in unserer kleinen Solinger Welt ist die Sache einfach: Auf der einen Seite stehen die herzlosen Law-and-Order-Politiker von CDU und SG Zukunft. Diese wollen campierende Obdachlose aus der kuscheligen Bahnhofsunterführung vertreiben, um Reisenden den verstörenden Anblick von Armut und Elend zu ersparen.
Auf der anderen Seite stemmen sich die Aufrechten von SPD und Grünen – mit freundlicher Unterstützung der Wohlfahrtsverbände – dem beherzt entgegen. Sie fordern, die Zustände zu dulden, bis eine sozialverträgliche Lösung gefunden ist – also bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag.
Nur ohne Ideologiebrille sieht man gut
Nun ist unsere Welt nun mal nicht schwarz-weiß. Glücklicherweise. Sie ist bunt mit vielen Zwischentönen und Farbnuancen. Diese Vielfalt erkennt aber nur, wer seine Ideologiebrille absetzt und sich das eigentliche Problem anschaut – genau das erwarten die Bürger von ihren gewählten Vertretern. Diese Erwartung wurde enttäuscht. Wieder einmal.
Dass ein Obdachlosencamp im Ohligser Fußgängertunnel ein Problem darstellt, ist hoffentlich noch unstrittig. Es kann kein geduldeter, erst recht kein gewollter Dauerzustand sein. Weder für die Reisenden, die den Bereich teilweise aus Angst weiträumig meiden. Noch für das oft zitierte Stadtbild, um dessen Verbesserung sich die Verantwortlichen nach Kräften........
