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Was bei der Sicherheitskonferenz zu erwarten ist: Wenn Marco Rubio auf Friedrich Merz trifft

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13.02.2026

MSC 2026: Wenn Marco Rubio auf Friedrich Merz trifft

MSC 2026: Wenn Marco Rubio auf Friedrich Merz trifft

Was bei der Sicherheitskonferenz zu erwarten ist Wenn Marco Rubio auf Friedrich Merz trifft

Analyse | München · Es wird eine der wichtigsten und spannendsten Münchner Sicherheitskonferenzen, die es bisher gegeben hat. Im Mittelpunkt: die USA. Warum unklar ist, wie sich der US-Außenminister Rubio verhält, und warum die Bundesregierung dennoch auf das Treffen setzt.

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US-Außenminister Marco Rubio hört zu, während US-Präsident Trump in seinem Club Mar-a-Lago spricht.

Die Münchner Sicherheitskonferenz ist seit jeher ein Gradmesser für die Weltlage. Und so war sie in den vergangenen beiden Jahren an Dramatik kaum zu überbieten: Nur wenige Stunden, nachdem der Tod des bekanntesten russischen Kreml-Kritikers Alexej Nawalny bekannt wurde, ergreift 2024 seine Witwe in München auf der Bühne das Wort. Mit Tränen in den Augen und um Fassung ringend fordert Julia Nawalnaja dazu auf, Russlands Präsident Wladimir Putin „persönlich für alle Gräueltaten zur Rechenschaft“ zu ziehen. Nawalnaja erhält stehende Ovationen. Ihr Auftritt rüttelt auch hart gesottene Sicherheitspolitiker auf.

Im vergangenen Jahr sendet bereits der erste Auftritt Schockwellen durch ganz Europa. Wenige Wochen nach der Vereidigung der neuen US-Regierung von Präsident Donald Trump kommt Vizepräsident JD Vance in den Bayerischen Hof. In seiner Rede übt er scharfe Kritik an europäischen Staaten, prangert angebliche Defizite bei der Meinungsfreiheit an und attackiert Deutschland wegen des Umgangs mit der AfD. „Für Brandmauern ist kein Platz“, sagt Vance.

Spätestens da war klar: Die zweite Trump-Administration bedeutet eine Abkehr der USA von westlichen Werten, die lange als in Stein gemeißelt galten. Und auch 2022 konnte man eine der schlimmsten Entwicklungen in Europa bereits bei der MSC erkennen. Die russische Delegation sagte überraschend komplett ab – kurz danach begann der russische Angriffskrieg auf Kiew.

Und dieser beschäftigt die MSC auch in diesem Jahr vor und hinter den Kulissen. MSC-Chef Wolfgang Ischinger hofft, dass die Konferenz Bewegung in die eingefrorenen Verhandlungen bringt. Denn von den angekündigten Ukraine-Gesprächen in den USA ist bislang nichts zu vernehmen, vielmehr scheint die russische Taktik derzeit voll aufzugehen: Moskau überzieht die Ukraine im eiskalten Winter mit Angriffen, zielt auf die Energie-Infrastruktur, bombt Babys in den Tod. Doch der internationale Fokus richtet sich derzeit auf eine mögliche US-Intervention im Iran. Die Ukraine gerät ins Hintertreffen.

Ukraine nicht im Mittelpunkt der Konferenz

In den vergangenen vier Kriegsjahren hatte die Ukraine immer die Hauptrolle in München gespielt. Aber diesmal wird Präsident ‌Wolodymyr Selenskyj nicht mehr so sehr im Mittelpunkt stehen, die russische Seite hatte auch im Vorfeld kein Interesse an einer Teilnahme signalisiert: „Keinen Mucks habe ich gehört. 0,0“, sagt Ischinger.

Im Mittelpunkt der Konferenz steht vor allem das mehr als angeschlagene transatlantische Verhältnis. Bundeskanzler Friedrich Merz, der die Konferenz am Freitagmittag (13. Februar) eröffnet, wird sowohl mit US-Außenminister Marco Rubio als auch dem demokratischen Gouverneur Kaliforniens, Gavin Newsom, zusammentreffen. In seiner Rede will der CDU-Regierungschef die deutsche Außen- ⁠und Sicherheitspolitik in einer neuen Zeit der ‍Großmachtpolitik skizzieren. Neben dem Pochen auf eine größere europäische Wettbewerbsfähigkeit will der Kanzler seine Perspektive für künftige transatlantische Beziehungen ‍beschreiben. Rubio spricht am Samstagfrüh, der Außenminister Trumps wird die Delegation der Vereinigten Staaten laut MSC mit mehr als 50 Kongressmitgliedern anführen. Der 54-Jährige gilt manchen als Stimme der Vernunft in der Regierung, allerdings trägt auch Rubio zu Trumps Politik der „Abrissbirne“ bei, die die Organisatoren der MSC beklagen.

Alles möglich bei Rede von Rubio

Erwartet wird eine scharfe außenpolitische Rede. Die Europäer erhoffen sich ein Bekenntnis zur Nato und möglichst auch eine klare Ansage zum Verbleib von US-Truppen und Atomwaffen in Europa. Doch Rubio, ein möglicher Nachfolger Trumps, steht auch unter ständiger Beobachtung des Weißen Hauses, es ist also alles möglich, Vorhersagen sind schwierig.

So oder wo wird es eine Konferenz der Superlative. Regierungsvertreter aus 120 Nationen kommen nach München: mehr als 60 Staats- und Regierungschefs - darunter 15 aus der EU -, mehr als 65 Außenminister und mehr als 30 Verteidigungsminister. Dazu kommen Spitzenvertreter von mehr als 40 internationalen Organisationen. Auch die Bundesregierung ist mit Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD), Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) und weiteren Ministern prominent vertreten.

Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der britische Premierminister Keir Starmer und Polens Ministerpräsident Donald Tusk sind vor Ort, ebenso wie der Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien, Reza Pahlavi. Der 65-Jährige lebt in den USA, zählt zu den führenden iranischen Oppositionellen im Exil und hat die Massenproteste gegen die iranische Führung massiv unterstützt.

„Wir haben im letzten Jahr Tausende von bilateralen Begegnungen organisiert“, sagt MSC-Chef Ischinger. Viele Politiker kämen genau deshalb nach München. Die öffentlichen Reden seien nur ein Teil der MSC. „Das, was unter der Wasseroberfläche stattfindet, ist eigentlich mindestens genauso wichtig, vielleicht sogar noch viel wichtiger.“

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