WM-Halbfinale England gegen Argentinien: „Sport ist kein Krieg“ – Falkland, Maradona und ein Neuanfang
WM-Halbfinale England gegen Argentinien „Sport ist kein Krieg“ – Falkland, Maradona und ein Neuanfang
Helme argentinischer Soldaten auf den Falklandinseln nach dem britischen Sieg 1982.
Düsseldorf · Das zweite Halbfinale der Fußball-WM ist ein besonders brisantes Duell, denn seit mehr als 40 Jahren geht diese Paarung nicht ohne nationalistische Aufwallung ab. Zwei Zahlen stehen für die gescheiterte Falkland-Invasion und einen Jahrhundertbetrug: 1982 und 1986.
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Es gibt Fußballspiele, und es gibt Fußballspiele. Den tieferen Sinn dieses banal scheinenden Satzes muss man, sagen wir, einem Anhänger von Borussia Dortmund oder des FC Schalke 04 nicht erklären. Im Vereinsfußball ist es gang und gäbe, dass bestimmten Begegnungen eine besondere Brisanz innewohnt. Derbys heißen sie, und selten gehen sie ohne Hass ab, denn Fußball ist eine ernste Sache. Da viele Derbys aber ziemlich häufig stattfinden, ist der Hass gewissermaßen eingeübt, kanalisiert, ritualisiert, was dem Spiel nichts von seiner Emotionalität nimmt, Eskalationen dann aber, zumindest in Deutschland, inzwischen doch meist verhindert. Auch beim heftigsten Derby ist das Stadion ein ziemlich sicherer Ort. Massive Polizeipräsenz drumherum tut das Übrige.
Etwas anders ist es bei Länderspielen. Auch hier gilt die Regel, dass es solche und solche Spiele gibt. Auch hier flimmert die Stadionluft bisweilen von Hass. Fußball hat schon Kriege ausgelöst, so 1969 zwischen Honduras und El Salvador. Fußball ist Politik mit anderen Mitteln, was bei internationalen Begegnungen im ehemaligen Jugoslawien immer wieder zu besichtigen ist, bis hin zu Spielabbrüchen. Und da die hassbesetzten internationalen Partien deutlich seltener stattfinden als die Vereinsderbys, ist das Eskalationspotenzial höher: weniger Routine, mehr........
