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USA unter Donald Trump: Ist das schon Faschismus?

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27.01.2026

Tödliche Schüsse auf die eigenen Bürger. Schwer bewaffnete Greiftrupps auf Razzia. Ein Grenzschutzoffizier in einem Mantel, der aussieht wie von 1942. Ein Staatsoberhaupt, das nur noch seine eigenen Moralvorstellungen als Maßstab des Handelns anerkennt. Eine Schar ergebener Untergebener, die noch Öl ins Feuer gießen. Das sind die Vereinigten Staaten von Amerika Anfang 2026.

Und weil das alles wirkt wie ein Fiebertraum, so unerhört und bis gerade eben noch unvorstellbar, wird nach einem passenden Etikett für diese Form der Herrschaft gesucht. Je tiefer wir uns in die zweite Amtszeit Donald Trumps bewegen, desto häufiger fällt dabei ein Wort, das, mindestens aus deutscher Perspektive, so etwas wie das ultimative Brandzeichen ist: Faschismus.

Sofern es nicht bloß als gehobenes Schimpfwort für ein irgendwie rechts angesiedeltes politisches Koordinatensystem dient, sofern es also gewissermaßen ein ernsthaftes Diskussionsangebot ist, stellt sich allerdings unmittelbar die Frage, was es bedeutet. Denn „Faschismus“ als Begriff ist ebenso kontaminiert wie umstritten.

Im engeren Sinne: das diktatorische Regime, das in Italien von 1922 bis 1943, im Norden bis 1945, Kostenpflichtiger Inhalt unter Benito Mussolini an der Macht war, sozusagen der Originalfaschismus. Im weiteren Sinne: die im Deutschen auch als „Faschismen“ bezeichneten nationalistischen europäischen Bewegungen und Regime der Zwischenkriegszeit, etwa in Deutschland (als Nationalsozialismus), Spanien, Ungarn und Rumänien.

Der Kriterienkatalog ist lang, und die Faschismen unterscheiden sich........

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