Fäkalien, Pinguine und ein Nobelpreis: Dieses würdelose Spektakel von Donald Trump
Absurd. Empörend. Unerhört. Skandalös. Haarsträubend. Unanständig. Schäbig. Schockierend. Grotesk. Unfassbar. Dreist. Ungeheuerlich. Es gibt reichlich Adjektive, die beschreiben, was derzeit aus der Machtzentrale der freien Welt nach außen dringt. Alle erfassen nur Ausschnitte des Ganzen. Ein Wort aber verklammert Kommunikation, Handlung und Wirkung und öffnet zugleich einen tieferen Blick auf Politik in der Ära Trump: Das ist alles würdelos.
Die Bildsprache der offiziellen Social-Media-Accounts schreit das am lautesten und am drastischsten hinaus: Trump, der aus einem KI-generierten Kampfjet Demonstranten mit Fäkalien bombardiert. Trump, der an der Seite eines Pinguins durch ein offenbar amerikanisches Grönland spaziert. Trump, der strahlend den weitergereichten Friedensnobelpreis der Venezolanerin María Machado in Empfang nimmt.
So viel Würdelosigkeit: Trump, Machado und der Nobelpreis.⇥Foto: dpa
Ursprung Seit der Antike bezeichnet „Würde“ (lateinisch: dignitas) einerseits den Effekt einer Ehrung oder eines Amtes, andererseits eine grundsätzliche Eigenschaft des Menschen als vernunftbegabten Wesens.
Christentum Der Mensch gilt in der Theologie als Gottes Ebenbild und damit als Träger von Würde.
Neuzeit Der Begriff „Menschenwürde“ findet sich bei Giovanni Pico della Mirandola (1463–1494) – der Mensch sei autonom, mit Schöpfungskraft begabt. Immanuel Kant (1724–1804) schließt daran an: Der Mensch sei „Zweck an sich selbst“, er besitze „einen absoluten inneren Wert“. Als Reaktion auf die NS-Diktatur eröffnet Artikel 1 des Grundgesetzes mit der Feststellung:........
