100 Tage Papst Leo XIV.: Der mit dem Sex – das Erbe des Augustinus
100 Tage Papst Leo XIV. Der mit dem Sex – das Erbe des Augustinus
„Augustinus erscheint das Jesuskind“ von Filippo Lippi.
Düsseldorf · An ihm führt in der Kirche kein Weg vorbei, aber nur die Theologen kennen ihn: Der Kirchenlehrer aus Nordafrika, der die Lust verdammte, ist eine der geistlichen Autoritäten für den neuen Papst. Eine Annäherung in vier Schritten.
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Er ist allgegenwärtig. Unumgänglich. Unvermeidlich. Ein Gigant der Kirchengeschichte, den aber außer den Theologen niemand richtig zu kennen scheint: Augustinus, geboren im Jahr 354 nach Christus, gestorben 430. In den 100 Tagen, die Robert Francis Prevost nun Papst Leo XIV. ist, hat er mehr als 50 Mal öffentlich von Augustinus gesprochen. Besonders in Leos Predigten kann man fast sicher sein, dem Mann zu begegnen, der mehr als 30 Jahre lang Bischof von Hippo im heutigen Algerien war.
Kein Wunder, denn Leo gehört dem Augustinerorden an und hat sich schon direkt nach seiner Wahl als „Sohn des Augustinus“ bezeichnet. Auch sein Wahlspruch als Bischof, „In illo uno unum“ („In jenem einen eines“, gemeint ist Christus), stammt – richtig: von Augustinus. Alles folgerichtig. Aber die schiere Masse der Bezüge ist dann doch auffällig.
Geschichte Die Augustiner gehören neben Franziskanern und Dominikanern zu den mittelalterlichen Bettelorden. Ihre Wurzeln reichen aber bis zu Augustinus selbst zurück, der in kleinen geistlichen Gemeinschaften lebte und Regeln für deren Zusammenleben formulierte.
Mitglieder Der berühmteste Augustiner war Martin Luther – er lebte vor seinem Auftreten als Reformator im Erfurter Konvent. Am 8. Mai 2025 wurde der Augustiner Robert Francis Prevost als Leo XIV. zum Papst gewählt; er hatte den Orden von 2001 bis 2013 geleitet.
Augustinus ist bei Leo ein freundlicher Kirchenvater mit Ratschlägen für alle Lebenslagen, den er gegen rigiden Moralismus in Stellung bringt und für ein harmonisches Leben in Gemeinschaft, für Einheit in Verschiedenheit – und immer wieder: für Liebe und Frieden. Eine Zitattheologie der Umgänglichkeit,........
