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Warum im globalen Kapitalismus keine Gleichbehandlung möglich ist

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15.08.2026
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Kommentar
Die da oben, die da unten
Warum im globalen Kapitalismus keine Gleichbehandlung möglich ist
Von Christopher Dömges

Alle Menschen sind gleich, nur manche sind gleicher – zumindest auf Erden, zumindest im Kapitalismus!! Gleichbehandlung ist eines der großen Versprechen moderner Gesellschaften. Vor dem Gesetz sollen alle Menschen gleich sein, unabhängig von Herkunft, Vermögen, Geschlecht oder Bildung. Im Alltag aber erleben viele das Gegenteil: Wer Geld hat, kommt schneller zum Arzt, bekommt die bessere Wohnung, die stärkere Rechtsvertretung, die ruhigere Nachbarschaft, die besseren Schulen für die Kinder und oft auch mehr Gehör in Politik und Öffentlichkeit. Im Kapitalismus ist diese Schieflage kein Betriebsunfall, sondern ein Strukturmerkmal. Denn das System verteilt nicht zuerst nach Bedürfnis oder Gerechtigkeit, sondern nach Kaufkraft, Eigentum und Verwertbarkeit.



Der Kapitalismus beruht auf einem einfachen Prinzip: Wer Produktionsmittel besitzt, kann aus ihnen Gewinn ziehen. Wer nichts besitzt außer seiner Arbeitskraft, muss diese verkaufen, um leben zu können. Schon daraus entsteht eine grundlegende Ungleichheit. Die Einen verfügen über Kapital, die Anderen über Zeit und Arbeit. Die einen können entscheiden, investieren, warten und Risiken abfedern. Die anderen müssen oft sofort reagieren, weil die Miete fällig ist, der Job unsicher ist oder das Konto kein Polster kennt. Gleichbehandlung setzt aber gleiche Ausgangsbedingungen voraus. Genau die gibt es im Kapitalismus nicht.

Ungleichheit ist nicht nur Ergebnis, sondern Voraussetzung

Viele Verteidiger des Systems sagen: Ungleichheit sei zwar bedauerlich, aber der Preis für Freiheit, Innovation und Wohlstand. Das klingt plausibel, verschleiert aber einen zentralen Punkt: Kapitalismus braucht Unterschiede. Er lebt davon, dass Menschen unterschiedlich viel besitzen, unterschiedlich viel verdienen und unterschiedlich viel Einfluss haben. Nur so entstehen Anreize für Wettbewerb, Rendite und Akkumulation. Wer mehr hat, kann mehr einsetzen, mehr kaufen, mehr kontrollieren und am Ende noch mehr besitzen. Aus Vermögen wird weiteres Vermögen. Aus Startvorteilen werden Dauerprivilegien.

Das zeigt sich besonders deutlich bei........

© Neue Rheinische Zeitung