Waren unsere Millennial-Shows etwa peinlich?!
Waren unsere Millennial-Shows etwa peinlich?!
«Früher war alles besser»? Völliger Mumpitz. Ausser, wenn es um heissgeliebte Serien geht, die jetzt wieder aufgewärmt werden. Doch was, wenn die TV-Vergangenheit doch nicht so perfekt war?
Vergangene Woche erschien die Netflix-Doku zu «America’s Next Topmodel», bei der man sich vor lauter Kopfschütteln beinahe ein Schleudertrauma holte. Dabei zuckten Zuschauer vor über 20 Jahren kaum mit der Wimper, als die Möchtegern-Models gedemütigt und für bescheuerte «Challenges» posieren mussten. Rückblickend möchte man im Boden versinken – vor allem, wenn Moderatorin Tyra Banks flötet, dass nun eine neue Staffel geplant sei.
Nächste Woche startet mit «Scrubs – Die Anfänger» das nächste 2000er-Revival im US-Fernsehen. Die Ärzteserie um Tagträumer J.D. hatte ihre ernsten Seiten, doch vor allem war sie fröhlich, lustig und simpel: Feel-Good-TV, halt. Aber funktioniert das heute noch? «Anfänger» sind sie längst nicht mehr. J.D., Kumpel Turk und Freundin Elliot haben Karriere gemacht – und doch sind sie immer noch die alten. Einfach älter.
Ob «Scrubs – Die Anfänger» auch 15 Jahre später noch funktioniert?
Das Problem: Shows kann man aufwärmen, mit der «Magie» von damals ist es nicht ganz so einfach. Und als ebenfalls älter gewordene Millennials sind wir manchmal ein bisschen allergisch auf alles, was neu ist. Dummerweise klingen wir damit plötzlich gefährlich ähnlich wie «die Alten», denen wir genau diese festgefahrene Einstellung vorwerfen.
Jetzt sind wir es, die dabei zuschauen, wie das, was wir früher getragen, gesagt, gehört oder geschaut haben, zu einem Relikt verkommt.
TV-Model-Shows waren grausamer Körperkult. «Harry Potter» ist J.K. Rowling sei Dank fast mehr ein politisches Minenfeld als ein zauberhaftes Abenteuer. Promis wie Diddy, R. Kelly oder «Die wilden 70er»-Darsteller sitzen (zurecht!) im Gefängnis. Carrie aus «Sex and the City» war eine selbstgerechte Nervensäge. Apropos: Mit «And Just Like That» sollte «Sex and the City» auch aufgewärmt werden – und scheiterte. Vor allem, weil man Fehler von damals ausbügeln wollte und dabei vieles verschlimmbesserte.
«And Just Like That» versuchte nochmal zu punkten, doch der alte Erfolg blieb aus.
Serien wie «Fuller House» und «Gilmore Girls: A Year in the Life» versuchten eine sanftere Weiterentwicklung, hatten aber trotzdem nicht den Erfolg von damals.
Nun steht also «Scrubs» an. Und die «Malcolm mittendrin»-Reunion ist auch schon in den Startlöchern. Die Latte liegt hoch: Einerseits wollen wir unsere Nostalgie-Sucht kitzeln. Andererseits müssen die Serien dem Vergleich mit der scheinbar perfekten Vergangenheit standhalten. Gleichzeitig dürfen sie auch nicht ein heute möglicherweise problematisches Produkt ihrer Zeit sein.
«Malcolm mittendrin» kommt im April für nur vier Folgen zurück und macht sich dann wieder rar.
Ist das alles ein bisschen paranoid? Absolut. Immerhin klingen erste «Scrubs»-Kritiken vielversprechend. Aber falls doch alles den Bach runtergeht, kann man das auch einfach vergessen und zum nächsten Streamingdienst hüpfen, wo die alten Folgen nur einen Klick entfernt sind.
Genau das haben Fans schon getan, als die Serie in ihrer letzten Staffel damals runderneuert wurde und die Quoten ins Bodenlose krachten. Dieser dunkle Fleck wurde einfach aus dem kollektiven Seriengedächtnis gelöscht. Schliesslich war früher alles besser, und was nicht gut war, wird fröhlich ignoriert, während «die Jungen» darüber motzen. So und nicht anders.
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Scrubs – Die Anfänger
America’s Next Top Model
