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Die politische Debatte um den Klimaschutz darf nicht in den Hintergrund rücken

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10.03.2026

Die politische Debatte um den Klimaschutz darf nicht in den Hintergrund rücken

Von Jamie Seinige, Mitglied Junge GLP Zug

Jamie Seinige über die grosse Dringlichkeit, sich weiterhin auch politisch mit dem Klimawandel zu befassen und nachhaltige Lösungen zu schaffen.

Die Folgen der Klimaerwärmung sind auch in der Schweiz spür- und sichtbar.

Soeben, am 8. März, hat das Schweizer Stimmvolk die Klimafonds-Initiative deutlich abgelehnt. Dieser Entscheid überrascht wenig: Die Initiative hätte einen milliardenschweren staatlichen Fonds geschaffen, dessen Finanzierung und konkrete Wirkung in vielen Punkten unklar geblieben wären. Obwohl die GLP diesen Entscheid begrüsst, besteht nun die Gefahr, dass die Klimadebatte politisch weiter in den Hintergrund rückt. Das wäre fatal. Denn die Folgen des Klimawandels zeichnen sich je länger, desto deutlicher ab – und auch die Schweiz wird davon nicht verschont bleiben. Umso wichtiger ist es, endlich über wirksame sowie wirtschaftlich sinnvolle Massnahmen zu sprechen.

Die Schweizer Politik beschäftigt sich momentan jedoch mit anderem; die ambitionierten Klimaziele scheinen vergessen. Zur Erinnerung: Die Schweiz hat das Pariser Klimaabkommen 2015 unterschrieben und sich damit verpflichtet, die Erderwärmung unter 2 Grad Celsius zu halten. Das beschlossene Netto-Null-Ziel 2050? Wohl Wunschdenken und kaum realisierbar mit der jetzigen Politik. Während linke Kreise primär auf staatliche Programme und Subventionen setzen, stellt ein Teil der politischen Rechten die Dringlichkeit des Problems weiterhin infrage.

Und dies, obwohl die Wissenschaft klar zeigt, dass die Schweiz vom Klimawandel besonders stark betroffen sein dürfte. Zum einen erwärmt sich das Land aufgrund seiner geografischen Lage deutlich schneller als der globale Durchschnitt: Während die globale Temperatur seit der vorindustriellen Zeit um rund 1,5 Grad gestiegen ist, sind es in der Schweiz bereits etwa 3 Grad. Zum anderen ist unsere Landschaft besonders vulnerabel. Schmelzende Gletscher und Veränderungen der komplexen Klimasysteme in den Alpen werden weitreichende Folgen haben; Ereignisse wie Bergstürze, Überschwemmungen und extreme Wetterlagen dürften häufiger werden. Dies hätte erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen – insbesondere für die Landwirtschaft, den Tourismus und die Infrastruktur. Hier liegt auch der ökonomische Kern des Problems: Die Kosten von CO₂-Emissionen werden heute nur teilweise von jenen getragen, die sie verursachen.

Auch das oft vorgebrachte Argument, die Schweiz sei als kleines Land global zu unbedeutend, greift zu kurz. Als wohlhabendes, technologisch fortschrittliches Land kann sie Lösungen entwickeln, die weit über ihre Landesgrenzen hinaus Wirkung entfalten. Gerade marktwirtschaftliche Instrumente – etwa eine konsequente Besteuerung von CO₂ – schaffen klare Anreize für Unternehmen, effizientere Technologien zu entwickeln und einzusetzen. Solche Innovationen entstehen häufig in hochentwickelten Volkswirtschaften und können später international skaliert werden. Eine CO₂-Steuer würde zudem sozial gerecht sein und im Gegensatz zu breit gefächerten Subventionen die Bundesfinanzen nicht weiter strapazieren.

Die vorgebrachten Argumente zeigen: Stillstand ist keine Option. Gefragt ist eine Klimapolitik, die Verantwortung übernimmt und gleichzeitig wirtschaftlich vernünftig ist.

In der Kolumne «Die junge Sicht» äussern sich Mitglieder der Zuger Jungparteien zu frei gewählten Themen. Ihre Meinung muss nicht mit derjenigen der Redaktion übereinstimmen.

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Klimafonds-Initiative


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