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Schädeltrauma

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27.02.2026

Von Federico Gagliano

Unser Redaktor erzählt von einem Spiel, das in seiner Wohngemeinschaft entstand und inzwischen darüber hinausgewachsen ist.

Die Sache begann mit einem Diebstahl: Mit einem Plastikschädel, den wir zu dritt auf einer Halloweenparty mitgehen liessen. Von da an entstand in meiner damaligen Wohngemeinschaft folgendes «Spiel»: Jemand versteckte den Schädel irgendwo in der Wohnung. Wer ihn fand, musste ihn als Nächster verstecken.

Taucht immer wieder auf: Der besagte Schädel.

Mal im Kochtopf, mal im Kleiderschrank, mal als Geschenk verpackt – die Verstecke wurden immer kreativer. Als Versteckender lebt man sorgenlos: Bis zur Entdeckung wähnt man sich in Sicherheit, während die Angst, den Schädel als Nächster zu finden, über den anderen zwei hängt wie ein Damoklesschwert.

Inzwischen ist die WG seit einigen Jahren aufgelöst. Doch das Spiel hat nicht geendet. Nur die Distanzen sind weiter geworden, die Zeitabstände zwischen den Funden grösser. So lassen meine Mitspieler, Roman und Robin, inzwischen Jahre bis zur nächsten Aktion vergehen, in der Hoffnung, der Schädel gehe vergessen. Das Comeback kommt dann an unerwarteten Stellen: Vor einigen Jahren wurde es zum Beispiel zwischen die Hochzeitsgeschenke des nächsten Opfers geschmuggelt.

Als Letztes fand ich ihn wieder: In einer Schatzkiste vor meiner Haustür, verschlossen mit einem Zahlencode. Es vergingen Tage, in denen ich mir den Kopf darüber zermarterte, wie ich die Kiste aufschliessen könnte – dass mir der entscheidende Hinweis erst Wochen später geliefert wurde, war die reinste Folter.

Und nun bin ich also wieder an der Reihe. Meine zwei Opfer fragen sich wohl schon seit Monaten, wann ich zuschlagen werde. Dabei ist das schon längst passiert. Gelegenheit dazu gab es genug – schliesslich sind beide kürzlich umgezogen. Im Kistenchaos kann man leicht etwas übersehen. Und wegen der falschen Fährte, die ich gelegt habe, meint Robin wohl, der Schädel läge irgendwo in seinem Garten begraben.

Doch weit gefehlt, denn die Auflösung folgt heute hier in dieser Zeitung: Der Schädel liegt wirklich begraben, doch nicht im Garten des einen, sondern in der Topfpflanze des anderen. Eine Pflanze, die meine geschätzte Komplizin als «Geschenk» in seine Wohnung geschmuggelt hat. Viel Spass beim Ausgraben, Roman.

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