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Vučić ist geschlagen – doch für Serbiens Studenten beginnt die schwierigste Prüfung erst jetzt

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26.10.2026

Vučić ist geschlagen – doch für Serbiens Studenten beginnt die schwierigste Prüfung erst jetzt

Nach dem überraschend deutlichen Wahlsieg steht das Land vor einem historischen Machtwechsel. Die Studentenbewegung muss nicht nur den Staatsapparat reformieren, sondern auch beweisen, dass sie selbst regieren kann. Und auch die EU steht vor einer einmaligen Chance.

Ungläubige Freude: Zwei Unterstützerinnen der Studentenliste umarmen sich in Belgrad nach Aleksandar Vučićs schnellem Eingeständnis der Wahlniederlage.

Als Marija Šerifović 2007 überraschend den Eurovision Song Contest gewann, glich Belgrad einem Tollhaus. Zehntausende bereiteten ihr einen begeisterten Empfang. Die Euphorie der jungen Serbinnen und Serben erinnerte frappant an die Wahlfeiern am Sonntagabend nach dem ebenso unerwarteten Triumph der Studentenliste.

Šerifović sprach damals auf dem Balkon des Belgrader Rathauses von einem «neuen Kapitel für ein neues Serbien». Die Hoffnung war gross, dass das Land toleranter, offener und demokratischer werden könnte. Fünf Jahre später begann die Ära von Aleksandar Vučić – und damit das, was Ex-Fussballprofi, Autor und Lyriker Ivan Ergić einmal als die «schlechteste Regierung Serbiens seit Langem» bezeichnete.

Langjährigen Beobachtern ist diese Aufbruchsstimmung nicht fremd. Schon nach dem Sturz Slobodan Miloševićs im Jahr 2000 waren die Hoffnungen auf einen raschen demokratischen Neuanfang gross. Die Ermordung des zuvor heftig angefeindeten Reformpremiers Zoran Đinđić 2003 wurde zum Symbol dafür, wie schnell dieser Aufbruch an seine Grenzen stiess.

Serbiens jüngste Geschichte mahnt deshalb zur Vorsicht: Mehrfach sind grosse Hoffnungen auf politischen Wandel rasch der Ernüchterung gewichen. Für Ergić war das, wie er in einem Interview 2024 erklärte, die Folge einer Gesellschaft, der angesichts vielfältiger Unterdrückungsmechanismen bloss noch........

© Luzerner Zeitung