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Warum Einsamkeit ein gesellschaftliches Strukturproblem ist

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30.04.2026

Warum Einsamkeit ein gesellschaftliches Strukturproblem ist

Von Nadine Arnold, Professorin für Soziologie

Ausgerechnet in kollektivistischen Kulturen ist Einsamkeit stärker ausgeprägt als in individualistischen. Doch was bedeutet Einsamkeit überhaupt?

Einsamkeit gilt als zentrale Herausforderung. Sie ist gesundheitlich schädlicher als Übergewicht und wird mit dem Konsum von 15 Zigaretten täglich verglichen; sie erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz, Depressionen und einen frühen Tod. Doch was bedeutet Einsamkeit? Dieser Frage ging die Soziologin Van de Velde in einem kürzlich publizierten Artikel nach.

Sie erklärt, dass die Psychologie Einsamkeit als subjektives Erleben und negatives Gefühl des «Sich-allein-Fühlens» untersucht. Dabei geraten individuelle Risikofaktoren und Auswirkungen auf die persönliche Gesundheit in den Fokus. Die Soziologie hingegen argumentiert, dass dieses Empfinden mit gesellschaftlichen Strukturen, Normen und Erwartungen verbunden........

© Luzerner Zeitung