Einstweilen eine Geste
Was heißt das in normaler Sprache, wenn Diplomaten ihre Gespräche als »offen und ehrlich« bezeichnen? Dass ihre Positionen sehr weit auseinanderliegen, aber sie immerhin höflich miteinander umgegangen sind. Das ist das wesentliche nach außen getragene Ergebnis des Besuchs der beiden Abgesandten von US-Präsident Donald Trump am Sonnabend in Moskau. Dass sich »Ergebnisse erst in einigen Wochen« zeigen würden, ist bei dieser Ausgangslage wenig überraschend. Aber dass sich Wladimir Putin dreieinhalb Stunden Zeit genommen hat für den Austausch mit Steve Witkof und Jared Kushner – die nicht einmal professionelle Diplomaten sind –, spricht für das Gewicht, das insbesondere die russische Seite den Kontakten in die Trump-Administration beimisst.
Das ist mehr als formale Höflichkeit. Denn außer Washington hat Moskau heute niemanden im »kollektiven Westen«, der noch mit ihm spricht. Allerdings spielen die USA im Ukraine-Krieg heute eben nicht........
