Grün und pro Israel
30. April 2026 – 13. Ijar 5786
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Am 1. Mai tritt der 35-Jährige ein Amt als Oberbürgermeister Münchens an. Wofür steht er? Ein Porträt
Wenn die zuletzt gebeutelten Grünen in diesen Tagen nach Hoffnungsträgern suchen, fällt ihr Blick auf die bayerische Landeshauptstadt. Am 22. März gewann Dominik Krause mit deutlicher Mehrheit die Stichwahl um das Amt des Münchner Oberbürgermeisters (OB) und beendete damit eine sozialdemokratische Herrschaft im Rathaus, die mit kurzer Unterbrechung seit 1948 angedauert hatte. Am 1. Mai tritt er sein neues Amt offiziell an.
Krause ist 35 Jahre alt, Physiker und gilt als undogmatisch; er vermag auch Wähler jenseits des klassischen Grünen-Milieus abzuholen. Sein Vorgänger, Dieter Reiter (SPD), hatte nach zwölf Jahren als OB zuletzt amtsmüde gewirkt und war über eine Affäre um einen Aufsichtsratsposten beim FC Bayern München gestolpert. Reiters Wahlkampfmotto lautete: »München. Reiter. Passt«. Krause konterte mit »Weil mehr geht« und setzte auf Inhalte: 50.000 neue Wohnungen, die Umwandlung von leerstehendem Büroraum in bezahlbaren Wohnraum, Verkehrswende, Bürokratieabbau, Klimaschutz.
Krause ist Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft.
Krause ist Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft.
Aufgewachsen ist er am Münchner Stadtrand, in Moosach und Untermenzing. Den Anstoß für Krauses politische Laufbahn gab ein Neonazi-Aufmarsch während seines Zivildienstes in München. Er ging hin und sah Männer mit Springerstiefeln und Glatzen. Für jemanden, der Rechtsextremen bis dahin nie begegnet war, ein Schock. Er schloss sich dem Bündnis »München ist bunt« an, trat den Grünen bei, studierte Physik an der TU München und stieg kommunalpolitisch auf. 2014 zog er mit 24 Jahren in den Stadtrat ein, wurde schließlich Fraktionsvorsitzender der Grünen und im Oktober 2023 Zweiter Bürgermeister.
Dass seine erste offizielle Handlung als Zweiter........
