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Der Rest der Welt

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26. Oktober 2026 – 15. Cheschwan 5787

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Rote Bänke, erschöpfte Katzen – ein Nachmittag in Amsterdam

Neulich war ich in Amsterdam. Ich wollte durch die Grachten schlendern. Stattdessen schoben mich Touristenströme durch die engen Gassen. Alle fotografierten: Brücken, Fahrräder, Blumen und fremde Wohnzimmer. Denn in Holland hängen bekanntlich selten Vorhänge. Sofa und Gehweg trennt oft nur eine Glasscheibe.

Hinter einer solchen Scheibe entdeckte ich einen dreistöckigen Katzenkratzbaum. Daneben hing ein Zettel: »Bitte nicht dauernd an die Scheibe klopfen, meine Katze rastet aus!!!« Ich sah die erschöpfte Katze förmlich vor mir: vormittags französische Kinder, mittags eine japanische Reisegruppe, nachmittags Deutsche, die prüfen wollen, ob sie echt ist.

Vor den Häusern standen kleine, bunt lackierte Bänke zwischen Rosen und Hortensien. Eine sah besonders einladend aus. Bis ich las: »Privat! Nicht sitzen, nicht stehen, nicht fotografieren!« Ich blieb stehen. Offenbar mein erster Fehler. Andere Schilder verboten Bier, Marihuana, Kaugummis und Zigarettenkippen. So eine Bank macht im Laufe ihres Lebens ja anscheinend einiges durch.

Dann, an der Bloemgracht, eine rote Bank. Wieder ein........

© Juedische Allgemeine