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Auf dem Schuk

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22.10.2026

22. Oktober 2026 – 11. Cheschwan 5787

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Der neue Laden will mehr sein als ein koscherer Supermarkt: ein Ort zum Einkaufen, Plaudern und Ankommen – für die jüdische Gemeinde und das ganze Viertel

Hinter manch banal wirkendem Einkauf steckt eine große Geschichte: Im relativ neu eröffneten »Shuk Market« in Frankfurt steht ein junger Mann mit Kippa und einem glänzenden Tiefkühlhuhn an der Kasse. Was hat er damit vor? »Meine Frau und ich erwarten in den nächsten Tagen ein Baby!«, strahlt der Mann. »Ich mache ihr eine Hühnersuppe für die Zeit im Wochenbett.«

Der werdende Vater heißt Joshua, kommt aus Israel und ist für seine Doktorarbeit nach Frankfurt gezogen. »Jüdisch zu leben, ist gar nicht so einfach hier«, findet er. »Aber das ist doch schon mal ein Trost.« Er weist auf die vollen Regalwände hinter sich: koscherer Käse aus Frankreich, russischer Dosenfisch, knallbunte Süßigkeiten aus Israel.

Der neue koschere Supermarkt im Frankfurter Osten hat erst seit Anfang September geöffnet, pünktlich zum jüdischen Feiertagsmarathon. Im Frühjahr haben Naomi und David Krol hier mit den Renovierungsarbeiten begonnen: Naomi, 36 Jahre alt, blonde Powerlocken, Mutter von fünf Kindern, hatte genaue Vorstellungen, wie alles aussehen sollte. Das salbeigrüne Weinregal und die passende Kommode im Eingangsbereich, die Wände mit Holz verkleidet und natürlich das orangefarbene Logo, das an einen Einkaufswagen erinnern soll. »Da hatte mein Mann kein Mitspracherecht«, sagt Naomi und lacht. Selbst die Mitarbeiter tragen grüne Shirts mit orangem Aufdruck. Zur Einweihung zitterten orange und grüne Ballons vor dem Laden im Wind. »Alles sollte picobello sein«, sagt Naomi.

Auch jetzt noch, eine gewisse Zeit nach der Eröffnung, sind die Scheiben der Kühlregale streifenfrei, eine Mitarbeiterin wischt das ohnehin schon saubere Kassenband. Um mit einem koscheren Supermarkt in einer Stadt wie Frankfurt erfolgreich zu sein, reiche es nicht, einfach nur koschere Produkte anzubieten, sagt Naomi. »Man muss auch einen Ort schaffen, an dem die Leute gerne einkaufen, auch wenn es nur für einen Snack ist.« Naomi schwebte der Shuk HaCarmel in Tel Aviv vor, ein Straßenmarkt, auf den Leute auch gern einfach zum Quatschen und Abhängen kommen. Daher rührt auch der Name des........

© Juedische Allgemeine