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»Ich bin gern mittendrin«

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18.10.2026

18. Oktober 2026 – 7. Cheschwan 5787

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»Ich bin gern mittendrin«

»Ich bin gern mittendrin«

Sonja Fira Grinman mag Mädelsabende, ist Erzieherin und ein Familienmensch

Mit 15 Jahren war ich auf meiner ersten großen jüdischen Veranstaltung, dem Jewrovision Song Contest in Frankfurt. Das war im Jahr 2019 sozusagen mein Eintritt in die jüdische Bubble. Und diesen Sommer war ich auf einer 18-Plus-Fahrt in Italien. Auf einem Machane, einer organisierten Ferienfreizeit für junge Erwachsene. Dadurch, dass meine Freunde dabei sind, macht das sehr viel Spaß. Ich mag die Gemeinschaft bei solchen Sachen.

In meiner Freizeit gehe ich mittlerweile häufig auf jüdische Events. Wir haben ein großes jüdisches Leben in der Gemeinde durch die Schlichim. Sie organisieren Schabbatot für junge Erwachsene im Alter von 18 bis 35. Manchmal haben die Schabbatot Mottos wie zum Beispiel Jerusalem. Da wird alles passend dekoriert, und es kommen sehr viele junge Menschen zusammen. Ich gehe gern dorthin, ich treffe dann dort meine Freunde. Oder ich fahre am Wochenende zu deutschlandweiten Treffen. Es ist immer etwas los.

Meine Mutter wuchs in Moskau auf

Aufgewachsen bin ich in einem jüdisch-christlichen Haushalt. Meine Familie väterlicherseits ist katholisch, meine Mutter und ihre Familie sind jüdisch. Als Kind habe ich Weihnachten und Ostern gefeiert. Ich bin in den jüdischen Kindergarten in Düsseldorf gegangen. Da wir aber in Kaarst wohnen, einer Kleinstadt in der Nähe von Düsseldorf, bin ich später dann dort in die Schule gegangen, die Wege waren einfach näher.

In Kaarst existiert eigentlich nicht wirklich jüdisches Leben. Bis auf meine Mutter, meine Großeltern und ein paar andere jüdische Familien leben dort keine weiteren Juden, soweit ich weiß. Meine Mutter wuchs in Moskau auf und zog als junge Frau mit 19 Jahren in den 90ern nach Deutschland. Sie hat sich hier ihr Leben neu aufgebaut. Meine Moskauer Großeltern leben seit 2020 nun auch in Deutschland.

Ich selbst war das letzte Mal vor fast zehn Jahren in Moskau. Wenn irgendwann der Ukraine-Krieg vorbei ist, würde ich vielleicht wieder in die Geburtsstadt meiner Mutter reisen. Als Kind war ich oft dort, ich kann mich nicht mehr an viel erinnern, aber ich habe wirklich schöne Bilder im Kopf. Das letzte Mal war ich 2018 dort, im Winter, es war wunderschön. Meine Oma hat mir Moskau gezeigt, wir waren viel unterwegs.

Nach der Schule fing ich zunächst eine Kinderpflegeausbildung an

Russisch ist meine Muttersprache. Die Sprachkenntnisse helfen mir auch bei der Arbeit mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Nelly-Sachs-Hauses. Im Elternheim der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf arbeite........

© Juedische Allgemeine