Wenn Journalisten Terroristen sind – 170 Namen und eine unbequeme Wahrheit
08. Oktober 2026 – 27. Tischri 5787
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Wenn Journalisten Terroristen sind – 170 Namen und eine unbequeme Wahrheit
Unser Autor reflektiert über die grundsätzliche Frage, was »Journalismus« in einem Gebiet bedeutet, das seit Jahren von einer totalitären Terrororganisation beherrscht wird
Menschen lieben Geschichten. Von Gut und Böse. Recht und Unrecht. Seit Beginn des Gaza-Krieges wurde uns solch eine Geschichte erzählt. Eine Geschichte mit klar verteilten Rollen. Hier die Täter. Dort die Opfer. Hier Israel: mächtig, bewaffnet und also per se verdächtig. Dort Gaza: schwach, leidend und deshalb grundsätzlich glaubwürdig. Es ist eine Geschichte, die bekannte Bilder aufgreift, Weltbilder. Und Emotionen, Überzeugungen sowie moralische Gewissheit. Alles, was in diese Erzählung passt, wird dankbar angenommen, geglaubt, weiterverbreitet. Alles, was dem Bild hingegen widerspricht, wird kontextualisiert, relativiert oder negiert.
Das genozidale Massaker der Hamas an jüdischen Israelis am 7. Oktober 2023? Erstens Widerstand, zweitens verständlich und drittens: selbst schuld! Die Vergewaltigungen jüdischer Frauen auf dem Nova-Festival? Zionistische Propaganda. Die Verschleppung von 251 Geiseln nach Gaza? Wie sollen sich die palästinensischen Friedensfreunde denn sonst wehren? Die Raketenbeschüsse aus Gaza, dem Libanon, dem Jemen? Lediglich größeres Feuerwerk. Die Angriffe des iranischen Mullah-Regimes auf zivile Zentren Israels? Man hat doch ein gutes Raketenabwehrsystem. Die islamistisch-dschihadistische Allianz, also der Feuerring, der es auf Israels Zerstörung abgesehen hat? Jüdische Legenden, um den Nahen Osten zu erobern. Und so weiter und so fort.
Kein politisches, journalistisches oder sozial-mediales Erdbeben
Vielleicht ist das der Grund, warum die jüngste Veröffentlichung der israelischen Armee (IDF) kein politisches, journalistisches oder sozial-mediales Erdbeben auslöst, sondern über weite Strecken ignoriert wird. Was geschehen ist: Die israelische Armee hat eine Datenbank über 170 angebliche Journalisten oder Medienmitarbeiter in Gaza veröffentlicht, die nach Erkenntnissen der IDF zugleich Mitglieder terroristischer Organisationen gewesen sein sollen. 118 ordnet sie dem militärischen Flügel der Hamas zu, 49 dem Palästinensischen Islamischen Dschihad und drei weiteren bewaffneten Gruppen. 17 von ihnen sollen am 7. Oktober selbst nach Israel eingedrungen sein.
Sicher: Das sind zunächst Angaben der israelischen Armee. Aber sie sind sorgfältig recherchiert und beeindruckend detailreich: Enthalten sind Namen, Fotos, Funktionen, militärische Identifikationsnummern und Dokumente, darunter Material, das nach ihren Angaben von Hamas und Islamischem Dschihad selbst stammt. Außerdem: In vielen Fällen wurden die angeblichen Journalisten nach ihrem Tod in Gaza als Märtyrer terroristischer Organisationen gefeiert.
Und damit stellt sich eine brennende Frage, die von den willigen Helfern viel zu lange kaum gestellt wurde: Wer waren eigentlich all die »Journalisten«, deren Tod der Welt als Beleg dafür präsentiert wurde, dass Israel die Presse zum Schweigen bringen wolle? Und wie entstand die viel zitierte Behauptung, dass in diesem Konflikt mehr Journalisten und Medienschaffende getötet worden wären, als in jedem anderen? Dass er also der tödlichste Konflikt der Geschichte für Pressemitarbeiter gewesen sein soll?
Israel ist immer für einen Superlativ in der Dämonenliga gut
Sicher: Israel ist immer für einen Superlativ in der Dämonenliga gut. Und sammelt........
