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Historiendrama: „Andor Hirsch“ - Ein jüdischer Junge im Nachkriegs-Ungarn

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07.05.2026

07. Mai 2026 – 20. Ijar 5786

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Historiendrama: »Andor Hirsch« - Ein jüdischer Junge im Nachkriegs-Ungarn

»Andor Hirsch« ist ein Historiendrama um einen jüdischen Jungen, der im Ungarn der 1950er Jahre mitten in den Nachwehen des gescheiterten Volksaufstands in eine Identitätskrise gerät - als er erfährt, wer sein Vater ist

Jungen identifizieren sich gerne mit ihren Vätern - vor allem, wenn diese nicht mehr da sind. So geht es dem zwölfjährigen Andor Hirsch. Als Kind wächst er in den 1940er Jahren im Waisenhaus auf, weil seine Eltern, ungarische Juden, ihn dort versteckt haben. Man glaubt, dass sie den Krieg nicht überlebt haben, doch dann taucht Mutter Klara (Andrea Waskovics) vier Jahre nach Kriegsende wieder auf und holt den Jungen zu sich nach Budapest. Der Vater sei im Holocaust ermordet worden, sagt sie. Andor erkennt seine Mutter nicht wieder und fremdelt zunächst mit ihr.

Als er größer ist, möchte Andor (Bojtorjan Barabas) wissen, wer sein Vater war. Er habe im Hof einen Kiosk betrieben und dort Tickets verkauft, sagt man ihm. Wenn Andor nicht mehr weiterweiß, geht er in den Heizkeller und hält Zwiesprache mit seinem abwesenden Vater. Er schildert ihm seine Probleme und stellt sich vor, welche Ratschläge ihm der ältere Hirsch erteilt hätte. Andors Vaterlosigkeit äußert sich in verzweifelter Rebellion allem und allen gegenüber. Einmal muss seine Mutter ihn vom Polizeirevier abholen, wo ihr der unverhohlene Antisemitismus eines Beamten entgegenschlägt.

Die Mutter weicht aus

Wenn Andor seine Mutter fragt, wie sie den Krieg überlebt hat, weicht sie aus. Sie lebten jetzt in der Gegenwart, sagt sie, und sollten sich in ihr einrichten. Sie arbeitet als Verkäuferin in einem Lebensmittelladen und wird von dem strengen Besitzer gegängelt. In der geräumigen Altbauwohnung, in der sie mit Andor lebt, versucht sie, heimisch zu werden. Doch ihr verschlossener und aufmüpfiger Sohn macht es ihr schwer. Zudem wird die Mutter von einem Verehrer heimgesucht. Der grobschlächtige Mann sei ein alter Freund,........

© Juedische Allgemeine